Windkraft

Siemens Gamesa will bis zu 6.000 Arbeitsplätze streichen

Wegen des Einbruchs im Geschäft mit Windrädern plant Siemens Gamesa massive Einschnitte bei der Zahl seiner Mitarbeiter in 24 Ländern. Die erst im Vorjahr gestartete Konzerntochter von Siemens hat vor wenigen Tagen ihre Gewinnprognosen zum zweiten Mal nach unten korrigiert.

Das deutsch-spanische Windkraftunternehmen Siemens Gamesa hat angekündigt, bis zu 6.000 Stellen in 24 Ländern zu streichen.

Der Grund dafür ist, dass der bereinigte Gewinn des Konzerns vor Zinsen und Steuern im Geschäftsjahr 2017 um 18 Prozent auf 774 Millionen Euro sank, wie das Unternehmen mitteilte. Von den 700 Stellenstreichungen hatte der Konzern bereits zuvor mitgeteilt. Auch einen neuen Großauftrag aus Norwegen meldete der Hersteller:  Großauftrag aus Norwegen für Siemens Gamesa >>

Im abgelaufenen Quartal selbst sank der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 192 Millionen Euro. Zudem ging der Umsatz um zwölf Prozent auf 5,02 Milliarden Euro zurück.

"Unser Geschäftsergebnis ist noch nicht auf dem Niveau, das wir anstreben", räumte der Chef des Windkraftanlagen-Herstellers, Markus Tacke, ein. "Aber es zeigen sich Fortschritte auf unserem Weg, dieses Unternehmen zu einem Marktführer zu machen."

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Siemens Gamesa: Erst im Vorjahr gegründet

Die Siemens-Tochter hatte im Oktober innerhalb von drei Monaten zum zweiten Mal die Gewinnprognosen korrigiert. Daraufhin mussten Finanzvorstand Andrew Hall und zwei weitere Führungskräfte gehen. Gamesa gehört zu 59 Prozent den Münchnern. Der spanische Versorger Iberdrola ist ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt.

Siemens hatte im vergangenen Jahr erklärt, seine Windenergie-Sparte mit dem spanischen Windkraftspezialisten Gamesa zu verschmelzen. Während Siemens mit seinen Offshore-Anlagen Weltmarktführer ist, gilt Gamesa als Experte für Anlagen an Land.

Branche massiv unter Druck

In einer boomenden Branche scheint die Luft raus zu sein: Bei Herstellern von Windrädern regiert der Preisverfall. Dahinter stehen Änderungen bei der Vergabe der Aufträge - und damit eine grundlegende Umstellung des gesamten Marktes. Aktuelle Analysen zur Branche:

 

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(APA/AFP/Reuters/red)

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