Windkraftindustrie

Siemens Gamesa pickt sich beim Windkraftkonzern Senvion nur die Rosinen heraus

Die Konzerntochter von Siemens will Teile des großen insolventen Windrad-Herstellers Senvion übernehmen. Gut die Hälfte der Arbeitsplätze werde gerettet, sagen Insider - und der Rest im besten Fall verkauft.

Die Siemens-Windkraft-Tochter Gamesa will nur die attraktivsten Teile des insolventen Windrad-Herstellers Senvion übernehmen. Beide Unternehmen bestätigten exklusive Verhandlungen über "ausgewählte europäische Service- und Onshore-Geschäfte". Die Verträge sollen bis Ende des Monats unter Dach und Fach sein.

Siemens Gamesa interessiert sich dabei Verhandlungskreisen zufolge für das Geschäft mit der Wartung und Instandhaltung von Windanlagen an Land sowie die Produktion von Rotorblättern in Portugal. Damit könnten gut die Hälfte der rund 3.500 verbliebenen Arbeitsplätze gerettet werden, sagte einer der Insider.

Exklusive Verhandlungen bestätigt

Nach Angaben der IG Metall will der spanisch-deutsche Investor in Deutschland allerdings nur 500 von zuletzt 1.400 Mitarbeitern übernehmen. 400 hatten bereits selbst gekündigt. "Die heutige Ankündigung bedeutet, dass wir kurz davor stehen, einen sicheren Hafen für einen wesentlichen Teil des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu finden", sagte Senvion- Vorstandschef Yves Rannou. Die Gewerkschaft IG Metall äußerte sich ernüchtert. "Wir sind froh über jeden Beschäftigten, der übernommen wird. Wir haben aber bis zuletzt gehofft, dass auch bei einer Zerschlagung mehr Beschäftigte eine langfristige Perspektive bekommen", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

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Zum Kaufpreis machten Gamesa und Senvion keine Angaben. Siemens Gamesa erklärte, die Übernahme werde sich nicht auf die Geschäftszahlen für das laufende Geschäftsjahr auswirken.

Senvion seit April insolvent

Das Hamburger Unternehmen war im April wegen Schwierigkeiten bei der Abwicklung von Großprojekten in die Insolvenz gerutscht. Schnell hatte sich abgezeichnet, dass sich Interessenten nur die Rosinen herauspicken würden. Rannou hatte bereits Ende August eingeräumt, dass sich für die Produktion kein Käufer gefunden habe. Die vorliegenden Aufträge für Windräder sollen aber noch abgewickelt werden. Das sichere Arbeit teilweise bis in den Sommer 2020, erklärte Senvion.

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Über andere Teile des Geschäfts werde noch mit Investoren verhandelt. Dabei geht es unter anderem um Service-Verträge für Windräder auf hoher See und das Geschäft außerhalb Europas. Der Vorstand werde in den nächsten Wochen "weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die bestmöglichen Lösungen für den Rest des Unternehmens zu finden", sagte Rannou. Die Gewerkschaft appellierte an die Landesregierungen in Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein, mehr Geld für Transfergesellschaften bereitzustellen, um die betroffenen Mitarbeiter umzuschulen. Bisher reiche die Finanzierung nur für eine Laufzeit von vier Monaten. (reuters/apa/red)

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