Elektromobilität

Siebenmal schneller: Smatrics bastelt am Ultraschnell-Lader

Das Gemeinschaftsunternehmen von Verbund und Siemens errichtet heuer die ersten von vier Ultraschnell-Ladestationen in Österreich. Zwischen Salzburg, Wien und Graz soll es dann genug Ladestationen geben, die "in fünf Minuten" genug Strom für eine Strecke von 150 Kilometern laden.

Die Verbund-Tochter Smatrics wird heuer die ersten zwei sogenannten Ultraschnell-Ladestationen errichten, sagt Firmensprecherin Birgit Wildgruber gegenüber dem ORF. Das heiße siebenmal so schnelle Ladestationen wie jetzt. Bei der Anfang März gestarteten Förderaktion für Autos mit alternativem Antrieb wurden laut Verkehrs- und Umweltministerium schon mehr als 1.000 Anträge gestellt.

Die ersten Ultraschnell-Ladestationen in Österreich im Rahmen eines EU-Pilotprojekts sollen in den nächsten beiden Jahren ausgerollt werden - zwei heuer und zwei 2018, so Wildgruber. Die vier besonders schnellen Ladestationen sollen dem Bericht zufolge in einem Abstand von 100 bis 150 Kilometern entstehen, wo man die Leistung für diese Strecke in etwa fünf Minuten aufladen kann.

"Ein Korridor von Amsterdam bis Graz"

Ein Korridor von schnellen Stromtankstellen soll von Amsterdam über München, Salzburg, Wien bis nach Graz reichen, co-finanziert von der EU und Autoherstellern.

White Paper zum Thema

Smatrics ist ein Gemeinschaftsunternehmen vom österreichischen Energiekonzern Verbund und Siemens. Der Anbieter betreibt als erster ein flächendeckendes Hochleistungsladenetz in Österreich. Offiziell lautet hier die Devise: Eine Ladestation etwa alle 60 Kilometer und Strom komplett aus erneuerbaren Energien.

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In das jetzt vorgestellte Projekt mit den Ultraschnell-Ladestationen investiert Smatrics einen zweistelligen Millionenbetrag. Die ersten Stationen würden entlang der West- und der Südautobahn errichtet, sagte Wildgruber - wo genau, stehe noch nicht fest.

Enorme Vorarbeiten für die Ladepunkte

Ein solcher Ladepunkt entspricht der Leistung einer ganzen Ortschaft und erfordert daher enorme Vorarbeiten wie einen eigenen Trafo, Leitungen und Ähnliches, so Wildgruber. Da brauche man daneben fast ein kleines Kraftwerk, ein sehr dickes Ladekabel und Kühlung.

Der TU-Wien-Experte Werner Tober ist der Ansicht, dass die Hürde der breiten Akzeptanz der Elektromobilität überwunden ist - es gebe Fahrzeuge mit großer Kapazität, die weit fahren, und diese hohen Kapazitäten könnten auch schneller wieder geladen werden. Natürlich muss das Auto dafür geeignet sein, also da müsse jetzt wieder das Auto nachziehen.

Ankaufprämie für Elektroautos im März gestartet

Für die Anfang März gestartete Ankaufprämie für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb sind bereits mehr als tausend Förderanträge eingegangen, teilten das Verkehrsministerium und das Umweltministerium heute mit.

Von den bis Montagfrüh eingebrachten 1.021 Anträgen entfielen 881 auf Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge und 79 auf Plug-in-Hybride und Range Extender. Für E-Mopeds und E-Motorräder langten 61 Förderansuchen ein. Verkehrsministerium, Umweltministerium und der Verband der Automobilimporteure unterstützen den Kauf von E-Autos mit bis zu 4.000 Euro.

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"Wir haben in kurzer Zeit die Tausender-Marke geknackt. Das zeigt, dass wir mit unserer Förderung goldrichtig liegen. Wir erleben in der Elektromobilität gerade einen Popcorn-Effekt. Allein heuer hatten wir 692 Neuzulassungen bei den E-Autos. Das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Mit unserem Förderpaket treiben wir diese Entwicklung weiter voran", so Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) laut Pressemitteilung.

Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) betonte, dass 441 Anträge von Privaten sowie 580 Anträge von Betrieben und Gemeinden in zwölf Tagen zeigten: "Die E-Mobilität gewinnt an Fahrt und ist in der Gegenwart angekommen." Um diesen positiven Aufwind noch zu verstärken, müssten die Gemeinden und Regionen weitere Anreize schaffen. (apa/red)

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