Security

Mitarbeiter müssen schweigen

Daimler, VW, Magna oder Zumtobel lassen hier unter höchster Geheimhaltung Prototypen produzieren: In der Fertigung des Dornbirner Modellherstellers 1zu1 Prototypen stellen mehrere ausgeklügelte Sicherheitsringe, speziell geschultes Wachpersonal und stapelweise Verschwiegenheitserklärungen höchste Vertraulichkeit sicher. Ein Lokalaugenschein. Von Daniel Pohselt

Durch die Hintertür kommt man bei manchen Firmen erstaunlich weit. „Einmal stand ich mitten in der Fertigung“, hat Hannes Hämmerle bei einem befreundeten Gewerbebetrieb ausprobiert. In Dornbirn ist das schwieriger. Ohne Chipkarte steht man ziemlich alleine da. Statt einer klassischen Fabrikhalle setzen die Vorarlberger auf sieben völlig voneinander„abgekapselte“ Bereiche. Alle Türen sind einzeln sperrbar – sogar „jede Bürotür“.

Konventionalstrafen

Zum Schweigen sind auch die Mitarbeiter verdonnert. Saftige Konventionalstrafen – in der Höhe von drei Bruttogehältern – sind „als Abschreckung im Dienstvertrag fix verankert“, erzählt Firmenchef Wolfgang Humml. Zu Recht. Die Gefahr, dass ausgerechnet das Personal Informationen weitergibt, ist laut dem Berater Corporate Trust groß.

In fast jeden zweiten Spionagefall ist ein Mitarbeiter verstrickt. Zahlen, die auch bei OEMs die Runde machen. „Deshalb sind wir bei Kunden immer am Prüfstand“, sagt Humml. Er lote vor Ort immer aus, „ob wir dichthalten“, erzählt er. „Da fahre ich 500 Kilometer, und dann sehe ich nur den Besprechungsraum“, monierte ein OEM-Vertreter. Doch Humml passte höllisch auf – und biss sich auf die Lippen. Lehrlinge – derzeit sind 28 in Ausbildung – stehen im Dornbirner Betrieb vor den meisten verschlossenen Türen. Ein kleiner Trost vielleicht für Hannes Hämmerles Onkel Paul.

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