Öl- und Gasförderung

Shell könnte Fracking in Ostukraine einstellen

Shell erwägt die Einstellung eines Fracking-Projekts in der Ostukraine. Aufgrund "höherer Gewalt" habe Shell das Projekt zur Erschließung des Gasfeldes Jusiwska bereits seit längerer Zeit nicht weiter verfolgen können, teilte der Energieriese mit Blick auf die Kampfhandlungen in der Gegend mit.

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Die Bedingungen für das Projekt hätten sich verändert. Es würden deshalb Gespräche mit der ukrainischen Regierung und dem Unternehmen Nadra Jusiwska geführt, hieß es. Aus mit dem Projekt vertrauten Kreisen verlautete, eine Option sei ein schlichter Rückzug Shells aus der Ostukraine.

Shell hatte Anfang 2013 mit Kiew einen Vertrag über die Ausbeutung von Schiefergas-Vorkommen im Osten des Landes getroffen. Mit dem Projekt wollte die Ukraine ihre Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland reduzieren. Shell sprach bereits im Juli 2014 von einem Fall der "höheren Gewalt". Das Projekt ist zum Teil in der Gegend der umkämpften ostukrainischen Stadt Donezk sowie nahe der Frontlinie zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten angesiedelt.

In dem Konflikt wurden seit April 2014 bereits mehr als 6.400 Menschen getötet. Trotz eines im Februar im Minsk unterzeichnetes Friedensabkommens dauert die Gewalt an. Seit der vergangenen Woche haben sich die Kämpfe erneut verschärft. Die Behörden in Kiew, Rebellenvertreter und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichteten am Donnerstag von Kämpfen in verschiedenen Gegenden der Ostukraine. Binnen 24 Stunden habe es fünf Tote gegeben - darunter waren einem Rebellenvertreter zufolge drei Zivilisten sowie nach Angaben der ukrainischen Armee zwei Soldaten. (apa/afp)

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