Automatisierung

Service-Roboter: Auf dem Vormarsch

Der Einsatz von Servicerobotern im professionellen Bereich nimmt rasant zu, analysiert die International Federation of Robotics in einer Studie. Großen Anteil am Boom haben autonome fahrerlose Transportsysteme für die Intralogistik.

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Intralogistik Logistik Automatisierung Robotik DS Automotion

Logistiklösung mit autonomen Fahrzeugen vom Linzer Hersteller DS Automotion

Sie schieben Dienst in Verteilzentren. Sie unterstützen Chirurgen bei heiklen Eingriffen. Sie kommen in militärischen Missionen zum Einsatz: Die Rede ist von Servicerobotern, die Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen zur Hand gehen. In einer aktuellen Studie zeigt die International Federation of Robotics (IFR) die wachsende Bedeutung dieser Helfer im professionellen Einsatz: So stieg der weltweite Umsatz mit professionellen Servicerobotern im Jahr 2018 um 32 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Insgesamt 271.000 Einheiten wurden 2018 verkauft; im Jahr davor waren es 168.000 gewesen.

Autonome fahrerlose Transportsysteme in der Intralogistik stellen dabei den größten Anteil im Markt der professionellen Serviceroboter dar. Sie kommen auf 41 Prozent aller verkauften Einheiten. Die zweitgrößte Kategorie sind Inspektions- und Wartungsroboter mit 39 Prozent aller verkauften Einheiten. Zusammen machen beide Segmente 80 Prozent des Gesamtmarktes aus. Dahinter liegen Exoskelette für Industriearbeiter, Roboter in der Medizin (Rehab-Anwendungen in Krankenhäusern und Assistenz bei Operationen) sowie Roboter für Landwirtschaft und Bergbau. Serviceroboter für militärische Anwendungen, hier handelt es sich vor allem um Drohnen, halten einen Anteil von fünf Prozent.

Klassische Industrieroboter und Serviceroboter

Die IFR untersucht seit 2000 bereits den Markt für Roboter. Seit einigen Jahren erstellt sie dabei zwei getrennte Studien, eine für „klassische“ Industrieroboter, wie sie etwa in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. Und eine weitere Studie für Serviceroboter, also all jene Roboter, die nicht unmittelbar im Herstellungsprozess eingesetzt werden.

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Die untersuchten Serviceroboter decken einen breiten Anwendungsbereich ab. Sie sehen nicht nur sehr unterschiedlich aus, sondern sind auch durch einen unterschiedlichen Grad der Automatisierung gekennzeichnet, heißt es in der Studie: von vollautomatischen oder ferngelenkten Gefährten bis hin zu völlig autonom operierenden Maschinen. „Aus diesem Grund ist die Industrie der Serviceroboter auch diverser als die der klassischen Industrieroboter“, so der Bericht. Laut IFR sind derzeit weltweit mehr als 750 Unternehmen in diesem Bereich tätig, darunter viele Start-ups. In Österreich befasst sich etwa der Linzer Hersteller DS Automation mit der Entwicklung von fahrerlosen Transportsystemen. Bereits seit 35 Jahren sind die unbemannten Fahrzeuge des weltweit führenden Anbieters in Lagerhallen unterwegs.

Aus Sicht der IFR gestaltet sich die Zukunft der Roboter rosig: Bis 2022 geht die Vereinigung von einem starken Umsatzanstieg bei professionellen Servicerobotern aus. „Die Entwicklungen bei Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, vor allem beim maschinellen Lernen, werden zu einem technologischen Sprung bei Servicerobotern führen“, schreiben die Studienautoren Birgit Graf und Kai Pfeiffer in ihrem Vorwort.

Roboter für den privaten Bereich

Nicht nur der Markt für Roboter im gewerblichen und industriellen Bereich wächst, sondern auch der für private und häusliche Anwendungen, zu denen vor allem Staubsauger- und Rasenmäherroboter, aber auch Roboter für Edutainment und Assistenzroboter für Menschen mit Behinderung zählen: 2018 legte man um 15 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar zu. Staubsauger- und Bodenreinigungsroboter werden immer mehr Haushalte auf der ganzen Welt erobern, schätzt die IFR. Im Jahr 2019 sollen insgesamt voraussichtlich mehr als 17,6 Millionen Einheiten von Haushaltsrobotern verkauft werden, so die Schätzung.

Apropos Staubsaugerroboter: Während diese Geräte im privaten Bereich die wichtigste Anwendung darstellen, sind sie im professionellen Bereich noch wenig verbreitet. Offenbar setzt man da eher auf nicht-digitale Lösungen und nimmt selbst den Besen in die Hand...

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