Gummiindustrie

Semperit schneidet besser ab als der Markt - Gewinn sinkt trotzdem

Der heimische Gummihersteller Semperit hat im ersten Halbjahr in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weniger Gewinn und Umsatz erwirtschaftet. Doch das operative Ergebnis blieb stabil. Auch die Auslastung liegt über dem Durchschnitt der Branche.

Gummiindustrie Semperit Ergebnisse Thomas Fahnemann

Der börsennotierte Gummi- und Kautschukhersteller Semperit hat im ersten Halbjahr 2016 in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld bei einem stabilen operativen Ergebnis weniger Nachsteuer-Gewinn und Umsatz erzielt. Das Ergebnis nach Steuern fiel auf 17,9 Mio. Euro, nach 25,3 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Das operative Ergebnis (EBIT) lag unverändert bei 36,2 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 4,8 Prozent auf 52,8 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 2,7 Prozent auf 438,7 Mio. Euro zurück. Im Sektor Industrie habe man trotz schwacher Konjunktur eine weitere Umsatzsteigerung bei hoher Profitabilität erzielt und damit die schwächere Entwicklung des Sektors Medizin weitestgehend wettgemacht.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015, als noch überdurchschnittlich hohe Währungsgewinne verbucht worden seien, seien die Fremdwährungseffekte im ersten Halbjahr 2016 insgesamt negativ gewesen. Dazu seien höhere Zinsaufwendungen sowie durch Einmaleffekte gestiegene Ertragsteuern gekommen.

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Kapazitätsauslastung über dem Branchendurchschnitt

Durch die starke Vertriebsleistung, eine über dem Branchenschnitt liegende Kapazitätsauslastung sowie neue Kapazitäten im Sektor Industrie habe sich Semperit operativ stabil entwickelt, so Vorstandschef Thomas Fahnemann in der Mitteilung.

"Der Nachfrageschwäche in konjunktursensitiven Bereichen und dem durch steigende Energie- und Rohstoffpreise bedingten Kostendruck bei schwachen Preisen im Handschuhgeschäft können aber auch wir uns nicht entziehen. Wir steuern mit unserer fokussierten Vertriebsstrategie, der Erschließung neuer Märkte sowie Optimierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen entgegen."

Damit und mit den neuen hocheffizienten Produktionsanlagen sei Semperit gut gerüstet, um auch im aktuellen Umfeld besser als der Markt abzuschneiden.

Für das zweite Halbjahr rechnet Semperit mit keiner wesentlichen Veränderung der Marktbedingungen, heißt es im Ausblick. "Aus derzeitiger Sicht wird die Semperit Gruppe aufgrund des nicht zufriedenstellenden Ergebnisbeitrags des Sektors Medizin die operativen Ergebnisse des Jahres 2015 nicht erreichen." (apa/red)