Gummiindustrie

Semperit erwartet heuer "erhebliche Belastungen"

Sondereffekte treiben das Quartalsergebnis des heimischen Gummikonzerns Semperit massiv nach oben. Doch für das Gesamtjahr wagt der Hersteller keine Prognose: Weil die Preise der Rohstoffe so stark schwanken, sei eine Abschätzung schwierig.

Der Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im 1. Quartal den Nettogewinn durch Sondereffekte kräftig steigern können und hat damit die Analystenprognosen getroffen. Das Ergebnis nach Steuern wuchs im Jahresabstand von 10,1 auf 62,8 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Ohne Positiveffekte aus einem Joint Venture gab es aber eine Belastung durch höhere Rohstoffpreise.

Aufgebessert wurde das Ergebnis durch günstige Einmaleffekte aus der Auflösung des Joint Ventures zur Handschuhproduktion mit der thailändischen Sri-Tang-Gruppe. Samt diesem Effekt wuchs das EBITDA von 26,7 Mio. auf 94,4 Mio. Euro und das EBIT von 18,6 Mio. auf 86,4 Mio. Euro. Mehr dazu:
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Ergebnis nach Steuern negativ

Ohne diesen positiven Einfluss belief sich das bereinigte EBITDA jedoch nur auf 9,6 Mio. Euro, und das bereinigte EBIT belief sich auf 1,5 Mio. Euro. Nach Steuern lag das bereinigte Ergebnis sogar mit 2,0 Mio. Euro im Minus, je Aktie betrug der Nettoverlust 0,10 Euro.

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Mit dem Mittelzufluss aus der JV-Transaktion habe man jedoch seit Ende 2016 die Nettoverschuldung deutlich um 136,8 Mio. auf 93,8 Mio. Euro gesenkt und die Eigenkapitalquote auf 39,2 (31,8) Prozent erhöht, erklärte das Unternehmen. Die liquiden Mittel erhöhten sich von 190,2 auf 243,1 Mio. Euro.

Den Konzernumsatz steigerte Semperit im Zeitraum Jänner bis März im Jahresabstand um 4,5 Prozent auf 229,3 (219,5) Mio. Euro - Analysten hatten hier ein leichten Rückgang erwartet.

"Eingeschränkte Visibilität"

Der Ausblick auf 2017 bleibe weiterhin ausgesetzt, erklärte das Unternehmen. Es gebe eine eingeschränkte Visibilität für das operative Geschäft infolge der sehr hohen Volatilität in der Rohstoffpreisentwicklung.

Man gehe davon aus, dass sich die schwache Marktentwicklung des ersten Quartals teils auch in den folgenden Berichtszeiträumen fortsetzen könne, sodass eine erhebliche operative Ergebnisbelastung gegenüber dem Vorjahr zu erwarten sei. Wie berichtet hatte Semperit im April eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2017 abgegeben.

Zudem wurde daran erinnert, dass das nachhaltig erzielbare Ergebnis des Segments Sempermed (Sektor Medizin) einer kritischen Prüfung unterzogen werde, woraus sich ein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf in diesem Segment ergeben könne. (apa/red)

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