Gummiindustrie

Semperit-Chef Fahnemann: Sehr gute Entwicklung im Industriegeschäft

Das Geschäft von Semperit mit der Industrie laufe gut und biete in den kommenden Jahren deutliche Potentiale, sagt Konzernchef Thomas Fahnemann. Dagegen habe sich die Rolle Chinas geändert: Die drei Semperit-Werke in China produzieren hauptsächlich für den chinesischen Markt.

Die Semperit Holding könne ihr Potenzial im Industriegeschäft bis 2020 noch deutlich steigern, sagte Firmen-Chef Thomas Fahnemann in Wien. Deshalb sollen bestehende Anlagen des heimischen Gummiherstellers ausgebaut und neue Regionen erschlossen werden. Akquisitionen stünden nicht im Vordergrund. "Unsere Hauptstrategie ist organisches Wachstum", da sei das Risiko überschaubar, so Fahnemann auf der Gewinn-Messe.

Rechtsstreit in Thailand großteils "erledigt"

Der Rechtsstreit mit dem thailändischen Joint-Venture-Partner Sri Trang werde keine negativen Auswirkungen mehr auf die Bilanzstruktur der Semperit Holding haben. Schon 2015 habe man das Joint Venture (JV) aus der Vollkonsolidierung herausgenommen. "Es kann positive Auswirkungen haben", so Fahnemann.

Heute werde das JV nur mehr At-Equity bewertet. Der Rest sei erledigt. Der seit zwei Jahren laufende Rechtsstreit habe sich zuletzt sehr negativ auf das operative Geschäft ausgewirkt. Er gehe davon aus, dass der Rechtsstreit im kommenden Jahr zugunsten von Semperit ausgehen werde.

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Im Gegensatz dazu laufe das Industriegeschäft sehr gut, obwohl es nicht viel Rückenwind vonseiten der Konjunktur gebe. Dennoch habe man in allen drei Industriesegmenten Marktanteilsgewinne erzielen können.

China ist nicht mehr der günstigste Standort

Die drei Werke in China würden hauptsächlich für den chinesischen Markt produzieren. Die Rolle Chinas habe sich geändert. Als Industrieunternehmen sei man vom Heimmarkt enttäuscht, von der Kostenseite her sei China nicht mehr der günstigste Standort. Schon 2012 habe man in Malaysia eine Großakquisition gemacht, die im kommenden Jahr die gleiche Menge an Handschuhen produzieren wird, wie vorher das JV.

An der Ausschüttungsquote von 50 Prozent will Fahnemann nicht rütteln. Eine Ergebnisprognose wollte er nicht abgeben. (apa/red)


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