Gummiindustrie

Semperit baut Kapazitäten für Industrieprodukte weiter aus

Semperit erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr ein geringeres operatives Ergebnis. Trotzdem soll der Ausbau der Kapazitäten weiter gehen, etwa im Bereich Industrieprodukte. Generell rechnet der Vorstand der Gruppe heuer mit einer Verbesserung der Bedingungen am Markt.

Der Vorstand der Semperit-Gruppe wird der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 eine um 50 Cent auf 0,70 Euro je Aktie (2015: 1,20 Euro/Aktie) verringerte Dividende vorschlagen. Sollte die Joint Venture Transaktion mit der Sri Trang-Gruppe nicht abgeschlossen werden können, behalte sich der Vorstand einen abweichenden Dividendenvorschlag vor, heißt es in der Presseaussendung.

Aus der Joint Venture-Transaktion mit der thailändischen Sri Trang-Gruppe erwartet sich Semperit unverändert einen Mittelzufluss von rund 200 Mio. US-Dollar (rund 190 Mio. Euro) vor Steuern. Damit könnten die Kapitalbasis verstärkt und die Investitionen für das weitere Wachstum vorangetrieben werden.

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Das bereinigte EBIT (ohne Sondereffekte aus der Joint Venture Transaktion) werde für 2017 aus heutiger Sicht unter dem bereinigten EBIT des Jahres 2016 (49,0 Mio. Euro) liegen. Hauptgrund dafür seien steigende Rohstoffpreise, die in beiden Sektoren voraussichtlich erst zeitverzögert an Kunden weitergegeben werden können, sowie der Wegfall des Ergebnisbeitrages der Siam Sempermed Corporation Ltd. durch die Joint Venture Transaktion.

Darüber hinaus schränke die aktuell hohe Auslastung der Produktionskapazitäten die positiven Effekte der erwarteten Markterholung im Sektor Industrie auf die Absatzentwicklung ein, heißt es.

Thomas Fahnemann rechnet mit besseren Marktbedingungen

Generell rechnet der Semperit-Vorstand für heuer mit einer moderaten Verbesserung der Marktbedingungen. Durch die besseren Konjunkturaussichten dürfte sich die generelle Nachfrageschwäche im Industriebereich langsam erholen.

Im weitestgehend konjunkturunabhängigen Bereich Medizin sei für 2017 unverändert mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen. Auf der Angebotsseite sei der Handschuhmarkt weiterhin mit Überkapazitäten konfrontiert, sodass mit einem andauernden Preis- und Margendruck gerechnet werden müsse.

Ausbau der Kapazitäten für Industrieprodukte geht weiter

Die strategische Ausrichtung bleibe auch 2017 erhalten. Semperit fokussiere sich weiterhin auf organisches Wachstum sowie operative Ergebnisverbesserungen im Sektor Medizin. Die Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten werden fortgesetzt.

Im Sektor Industrie werden die Produktionskapazitäten für Schläuche in Odry, Tschechien, für Fördergurte in Belchatow, Polen, sowie für Fenster- und Türprofile in Deutschland, erweitert. Im Sektor Medizin liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Fabrik in Malaysia und auf Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen. Insgesamt sind für 2017 Anlageinvestitionen von rund 80 bis 90 Mio. (2016: 65,1 Mio.) Euro vorgesehen.

Umsatz gesunken

2016 ging der Umsatz im Sektor Industrie (Semperflex, Sempertrans und Semperform) um 2,8 Prozent auf 521,0 Mio. Euro zurück. Das EBITDA verringerte sich um 4,2 Prozent auf 89,5 Mio. Euro. Alle Produktionsstandorte waren gut ausgelastet.

Der Sektor-Umsatz im Medizinbereich (Sempermed) ging um 12,1 Prozent auf 346,0 Mio. Euro zurück. Das EBITDA verringerte sich auf 6,6 Mio. Euro. Der Sektor Medizin war von erhöhtem Margendruck und Sonderfaktoren im Zusammenhang mit der Joint Venture Transaktion belastet. Mit der Beendigung des Joint Ventures soll eine komplette Neuaufstellung des Sektors eingeleitet werden. (apa/red)