Elektroautos

Sechs Schrauben reichen: Hacker des CCC zeigen, wie man eine Stromtankstelle angreift

Hacker des Chaos Computer Club kritisieren massive Sicherheitsmängel bei Stromtankstellen für Elektroautos. Demnach sind Ladekarten der Autofahrer sehr leicht zu manipulieren - auch ganze Ladestationen lassen sich attackieren und übernehmen.

Nach der Aufdeckung von Schwachstellen bei der Abrechnung an Stromtankstellen hat der Chaos Computer Club (CCC) die Betreiber aufgefordert, die Sicherheit auf den Stand der Technik zu bringen. "Ladenetzbetreiber müssen ihren Kunden sichere Bezahlmöglichkeiten bieten", forderte der CCC in Leipzig.

Dort demonstrierte CCC-Mitglied Mathias Dalheimer, wie sich nicht nur Ladekarten kopieren und manipulieren lassen, sondern auch, wie ganze Ladestationen attackiert und von einem Angreifer übernommen werden können.

Sechs Schrauben reichen

"Man kann in zwei Minuten so eine Ladestation auslesen", sagte Dalheimer auf dem 34. Chaos Communication Congress (34C3). Es müssten nur sechs Schrauben gelöst werden, um einen USB-Stick anzuschließen, Daten auszulesen, an Zugangsdaten zu gelangen, eigene Daten aufzuspielen oder eine Liste mit den Nummern der letzten 100 Kunden auszulesen. "Das einzige Merkmal, wo sich Ladekarten unterscheiden, ist ein öffentlich einsehbares Merkmal", das nicht verschlüsselt sei - "diese Nummer wird benutzt, um den Abrechnungsvorgang einem Ladekonto zuzuweisen".

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Vor Veröffentlichung der ersten Schwachstellen habe er Kontakt mit den Betreibern von Ladestationen aufgenommen und auf die Probleme hingewiesen, sagte Dalheimer, der beim Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern auf die Sicherheitslücken stieß. Leider sei er nur bis zum Kundensupport gekommen, sagte der Hacker und kritisierte, "dass die Reaktion von allen Seiten schwierig war, wenn es um Fehlerkultur und das Eingestehen von Fehlern geht".

Der führende Ladeverbundbetreiber New Motion hat bestätigt, dass es möglich sei, Ladekarten zu kopieren. "Bei New Motion ist uns bisher allerdings kein einziger Fall von Kartenbetrug bekannt." Ein Betrug könne zudem "sehr einfach aufgedeckt" werden. (dpa/apa/red)

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