Digitalisierung

Sebastian Kurz führt Gespräche im Silicon Valley

Die Region um San Francisco ist ein Wallfahrtsort für Unternehmer und Politiker geworden - dort sitzen die neuen Herrscher der technologischen Welt. ÖVP-Chef Sebastian Kurz redet diese Woche unter anderem mit Wissenschaftlern und den Konzernchefs von Apple sowie von Netflix.

ÖVP-Chef und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Sonntag seine dreitägige Studienreise durch das Silicon Valley in Kalifornien gestartet. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) traf Kurz den österreichischen Stanford-Professor und Physiker Fritz Prinz. Um den Klimawandel zu verlangsamen, plädiert Prinz für einen raschen Umbau der Energieversorgung weltweit.

"Sonnenenergie wird langfristig den größten Anteil ausmachen", erwartet der Physiker, der intensiv zu Batterien und Brennstoffzellen forscht. Auch in Europa gebe es genug Fläche für Solarenergie. Die überschüssige Sonnenenergie könne mit einem chemischen Speicher (Wasserstoff/Brennstoffzelle) zwischengespeichert werden.

Kategorisch sprach sich der Wissenschaftler gegen Atom- und Kohleenergie aus. "Die Kohle muss weg. Sie hat nur Nachteile." Bei der Atomenergie gebe es auch immer ein Risiko, dass etwas passiere, siehe die Reaktorunfälle im Kernkraftwerk Three Mile Island/USA, in Tschernobyl/Ukraine und in Fukushima/Japan. Auch die Langzeitkosten für die Lagerung des Atommülls könne man nicht realistisch einpreisen.

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Bei Pkws erwartet Prinz einen Vormarsch der E-Autos, wenn auch Batterien für Elektroautos in absehbarer Zeit weiterhin eine teure Technologie bleiben. Lkws könnten mit Brennstoffzellen und mit Wasserstoff betrieben werden. Zuvor muss aber noch ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellennetz aufgebaut werden.

Der Sitz der neuen Tech-Weltherrscher

Das Silicon Valley gilt als eine der dynamischsten Tech-Regionen der Welt und hat Unternehmen wie Apple, Airbnb, Facebook, Google, Hewlett Packard, Intel, Tesla, Twitter und Uber hervorgebracht. Am frühen Abend war Kurz zu Gast bei der Stanford Graduate School of Business.

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Den mehr als 80 anwesenden Teilnehmern des sechswöchigen Stanford Executive Programs (Kostenpunkt 75.000 Dollar) stand der Altkanzler rund eineinhalb Stunden Rede und Antwort. Später am Abend hatte der ÖVP-Chef noch einen nicht medienöffentlichen Termin mit dem US-Investor Peter Thiel, der den Bezahldienst Paypal und die US-Sicherheits- und Softwarefirma Palantir mitgründete und Facebook-Großaktionär war. Thiel - geboren in Deutschland und aufgewachsen in den USA - ist einer der bekanntesten Trump-Unterstützer in der US-amerikanischen Tech-Szene.

Auch österreichische "Lex Uber" wird Gesprächsthema sein

Am Montag und Dienstag stehen für Kurz unter anderem noch Treffen mit Apple-Chef Tim Cook, Netflix-CEO Reed Hastings und Uber-Firmenchef Dara Khosrowshahi am Programm. Die in Österreich geplante Digitalsteuer für Internetkonzerne und die im Juli im Parlament beschlossene Zusammenlegung von Taxi- und Mietwagen-Gewerbe ("Lex Uber") werden wohl Thema bei den Gesprächen sein. Weiters sind bei Facebook, Google und Tesla Termine mit Führungskräften geplant. Als Außenminister war Kurz bereits im Jahr 2015 im Silicon Valley unterwegs.

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