Autoindustrie

"Schwieriges Umfeld": Nissan erwartet viel weniger Gewinn

Der japanische Autobauer Nissan senkt seine Gewinnprognose stark ab und verweist auf ein "schwieriges Umfeld" sowie die Affäre rund um den inhaftierten ehemaligen Konzernchef Carlos Ghosn. In den Fall hat sich inzwischen Emmanuel Macron eingeschaltet.

Der japanische Autobauer Nissan hat seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr stark nach unten korrigiert. Nissan verwies zur Begründung auf ein zuletzt "schwieriges wirtschaftliches Umfeld" und die Folgen der Affäre um den ehemaligen Aufsichtsratschef Carlos Ghosn.

Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr bis März 2019 nur noch mit einem Gewinn in Höhe von 319 Mrd. Yen (2,5 Mrd. Euro) - zuvor war Nissan noch von 410 Mrd. Yen ausgegangen.

Es ist bereits die zweite Senkung der Gewinnprognose binnen wenigen Monaten. Endgültige Zahlen legt Nissan am 14. Mai vor.

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Macron schaltet sich in Fall von Automanager Carlos Ghosn ein

Nach der erneuten Verhaftung des Automanagers Carlos Ghosn in Japan hat sich Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron eingeschaltet. Die Rechte und die Unversehrtheit des französischen Staatsbürgers Ghosn müssten geachtet werden, berichteten Elyseekreise nach einem Treffen Macons mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe.

Macron und Abe bekannten sich in Paris gleichzeitig zur Auto-Allianz der Hersteller Renault und Nissan. Zu dem Bündnis gehört auch Mitsubishi.

Ghosn war im November in Tokio wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Untersuchungshaft genommen worden. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn wurde angeklagt und erst nach monatelanger Haft gegen Kaution entlassen. Knapp vier Wochen nach seiner Freilassung kam der 65-Jährige Anfang April erneut in Untersuchungshaft.

Erst am Montag hatte die japanische Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen Ghosn erhoben. Ihm wird ein weiterer Vertrauensbruch vorgeworfen. Die Anklage stehe im Zusammenhang mit Zahlungen an einen Vertriebspartner im Oman, hatte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. (afp/dpa/apa/red)

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