Übernahme

Schweizer Harmonielehre

Auch bei B&R stehen die Chancen gut, dass die Schweizer ganze Integrationsarbeit leisten.

Von
ABB B&R Automatisierung Industrieelektronik Ulrich Spiesshofer

Noch Tage später war die Branche wie durch einen Zauber erstarrt: Die avisierte Übernahme des Eggelsberger
Industrieelektronikherstellers B&R durch den Konzern ABB – vonseiten der Schweizer durchaus offensiv als Angriff auf den Branchenprimus Siemens kommuniziert – ließ Mitbewerber grübeln. Erkenntnisglück sieht anders aus: Die Verankerung der mittelständischen Perle B&R im Konzernreich der Schweizer ist für Mitbewerber ein Alarmsignal.

Mit einem Schlag zeigt der in der Robotik und Antriebstechnik starke Schweizer Konzern Flagge im Feld der Fabrikautomatisierung. Ein weiterer Riese, hinter Siemens die Nummer zwei, betritt die Bühne.

Und das mit breiter Brust: Auf die Schweizer, die bei Zukäufen zuletzt länger auf der Bremse standen, fällt kein Schatten des Verdachts, nicht wieder ganze Integrationsarbeit zu leisten. Freundliche Übernahmen haben im Konzern Tradition: Die Schweizer verstehen es freilich, beide Pole des Begriffspaars unter Strom zu setzen. Übernahmen wie jene des US-Antriebsherstellers Baldor erfolgten ohne blutige Personaleinschnitte. Aber auch der Optimierungslogik eines Konzerns folgt ABB in letzter Konsequenz.

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B&R passt, wie es dem Unternehmen CEO Spiesshofer überschwänglich attestierte, demnach wirklich „wie ein Handschuh“: Der Familienbetrieb denkt lokal, agiert dabei aber längst global.

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