Chemische Industrie

Schweizer Bauchemiespezialist Sika meldet Rekordgewinn trotz Streit

Die Querelen um die Übernahme tun dem guten Geschäftsgang von Sika weiterhin keinen Abbruch: Im ersten Halbjahr 2016 erwirtschaftete der Schweizer Bauchemiespezialist einen um ein Viertel gestiegenen Gewinn.

Die Querelen um die Übernahme tun dem guten Geschäftsgang des Schweizer Bauchemiespezialisten Sika weiterhin keinen Abbruch. Im ersten Halbjahr 2016 legte das Unternehmen einen weiteren Umsatzrekord hin und steigerte den Gewinn im Jahresvergleich um fast ein Viertel.

Zwischen Jänner und Ende Juni steigerte das Unternehmen den Umsatz um 6,9 Prozent auf 2,8 Mrd. Franken (2,6 Mrd. Euro), wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Dies sei ein Umsatzrekord im ersten Halbjahr.

Der Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahr von 197 auf 246 Mio. Franken zu (+24,8 Prozent). Auch das war ein Rekord für ein erstes Halbjahr. Günstig waren für Sika für einmal sowohl die Währungssituation wie auch die Lage an den Rohstoffmärkten. Dies habe mitgeholfen, die Margen zu verbessern, hieß es in der Aussendung.

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Weiter erschloss Sika eifrig neue Länder, in den vergangenen sechs Monaten eröffnete das Unternehmen zwei Ländergesellschaften (Kuwait, Nicaragua) und sechs Fabriken. Nunmehr ist Sika nach eigenen Angaben in 95 Ländern präsent.

Zufrieden zeigte sich Konzernchef Jan Jenisch: Die Investitionen und der Ausbau hätten sich ausbezahlt, alle Regionen hätten zum Rekordergebnis beigetragen. Für die Zukunft zeigte er sich optimistisch. Die Jahresziele - Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent bei überproportionaler Gewinnsteigerung - bestätigte der Konzern.

Ein starkes Wachstum meldete Sika vor allem aus der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (+7,5 Prozent) und Nordamerika (+15,9 Prozent). In Lateinamerika (-9,8 Prozent) verhagelte die Abwertung einiger Währungen die Bilanz; in Lokalwährungen wäre Sika auch dort gewachsen. In Asien/Pazifik (+5,3 Prozent) vermochten Südostasien und Pazifik die geschwächte Nachfrage in China zu kompensieren.

Keine Neuigkeiten gibt es im Streit um die Übernahme durch den französischen Baukonzern Saint-Gobain. Der Übernahmeversuch, der von der Sika-Führung als feindlich eingestuft wird und über den derzeit die Gerichte entscheiden, bleibe "für die Zukunft als Unsicherheitsfaktor bestehen".

Saint-Gobain hatte seinerseits schon zuvor mitgeteilt, unverändert an seinen Plänen zur Übernahme festzuhalten. Der Plan zur Akquisition einer Kontrollmehrheit an Sika gehöre zu den priorisierten Aktivitäten im zweiten Halbjahr, hieß es in einer Mitteilung zu den Halbjahreszahlen der Franzosen. (APA/sda/red)