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Schwedische Haldex will Knorr-Bremse loswerden

Der schwedische Bremsenhersteller Haldex will seinen größten Anteilseigner Knorr-Bremse zum Rückzug zwingen, und zwar durch eine Beschwerde bei der EU. Die Brüsseler Wettbewerbshüter sollen sich den Einstieg der Münchner genauer anschauen, so der Wunsch von Haldex.

Der schwedische Bremsenhersteller Haldex will seinen größten Anteilseigner Knorr-Bremse durch eine Beschwerde bei den EU-Wettbewerbshütern zum Rückzug zwingen. Dass einer der größten Konkurrenten zugleich der größte Aktionär sei, behindere Haldex sowohl am Markt als auch bei Investoren.

"Deshalb glauben wir, dass diese Situation den Wettbewerb in der ganzen Branche verzerrt", sagte Verwaltungsratschef Jörgen Durban. Knorr-Bremse hält zehn Prozent an Haldex, seit sich der deutsche Konzern vor vier Jahren eine Bieterschlacht mit ZF Friedrichshafen um den schwedischen Konkurrenten geliefert hatte. Letztlich bewahrten die Schweden aber ihre Unabhängigkeit.

ZF hatte seine Haldex-Beteiligung von 20 Prozent im Herbst verkauft, um die Übernahme des Rivalen Wabco nicht zu gefährden. Knorr-Bremse hatte reserviert auf Forderungen aus Schweden reagiert, es dem Stiftungskonzern vom Bodensee gleichzutun. Man überprüfe regelmäßig strategische Beteiligungen wie Haldex. Es gebe keine Entscheidung, etwas daran zu ändern. Das Paket ist 22 Millionen Euro wert, deutlich weniger als beim Einstieg.

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Nun verschärfen die Schweden den Druck und bitten die EU zu überprüfen, ob das Knorr-Bremse-Engagement dem Wettbewerbsrecht entspreche. Haldex leide unter der Situation vor allem, wenn es um neue Partnerschaften, etwa für elektrische Lastwagen-Antriebe oder autonomes Fahren gehe, sagte Durban. Das Unternehmen sehe sich in solchen Gesprächen benachteiligt. "Zudem drückt die gegenwärtige Situation unseren Aktienkurs und unsere Bewertung." (reuters/apa/red)