Interview

Schwarzmüller-CEO Jongert: "Auftragsbücher sind gut gefüllt"

Der oberösterreichische Nutzfahrzeughersteller Schwarzmüller wird erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben. Das INDUSTRIEMAGAZIN hat mit Jan Willem Jongert, CEO der Schwarzmüller Gruppe, über die Kernbereiche des Unternehmens und weitere Pläne gesprochen.

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Schwarzmüller Jan Willem Jongert Automobilindustrie

Schwarzmüller erwartet nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr für 2014 ein Wachstum von mehr als zehn Prozent und wird mit Ende des Geschäftsjahres erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben, wie CEO Jan Willem Jongert bekannt gab. Er erwartet dabei einen Umsatz von 260 Millionen Euro.

INDUSTRIEMAGAZIN: Worauf führen Sie das Umsatzergebnis zurück?

Jan Willem Jongert Das starke Wachstum beruht auf mehreren Faktoren. Die Marktkonjunktur für Nutzfahrzeuge ist 2014 gut gewesen, sie hält auch im ersten Quartal 2015 an. Der Investitionsstau der Vorjahre löst sich langsam auf. Schwarzmüller ist dabei stärker als der Markt gewachsen und hat Marktanteile dazu gewonnen. Das gilt vor allem für jene Sektoren, in denen das Unternehmen das angepeilte Wachstum der kommenden Jahre realisieren will. Zum Beispiel wurde in der Baubranche die Thermo-Mulde für Asphaltmischgut in Deutschland sehr gut verkauft. Dort gibt es neue Vorschriften für die Anlieferung an die Baustelle. Der Absatz in der Entsorgungswirtschaft und in der Landwirtschaft wurde ebenfalls gesteigert. Größter Umsatzbereich bleibt der Fernverkehr, auf diesem Markt ist Schwarzmüller mit dem Ultralight-Sattelanhänger höchst erfolgreich. Dieser bietet mit einem Eigengewicht ab 4.850 kg einen hohen Nutzlastgewinn. Durch die gewichtsoptimierte Bauweise werden sowohl der Kraftstoffverbrauch wie auch die CO2-Emissionen reduziert.

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Wie soll der weitere Wachstumsschub für 2015 erzielt werden?

Jongert Vor allem durch den konsequenten Ausbau des Vertriebs in den verschiedenen Zielbranchen. Denn Schwarzmüller wird dort jetzt verstärkt wahrgenommen und als Premiumanbieter geschätzt. Das sind vor allem Bau, Entsorgung, Landwirtschaft sowie die Mineralölwirtschaft und die Lebensmittelindustrie. Die Auftragsbücher sind bis weit in den Sommer hinein gut gefüllt. Wenn die Produktion plangemäß läuft, dann ist der Wachstumsschub geschafft.

Ist aufgrund der Umsatzsteigerung auch eine Personalaufstockung geplant? Wenn ja, in welchen Bereichen?

Jongert Ziel ist es, mit dem bestehenden Personal effizienter und damit produktiver zu sein. Das ist eines der Vorhaben, mit denen ich im Juni 2013 meine Funktion angetreten habe. Darüber hinaus wird gezielt in Produktion und Vertrieb Personal aufgebaut, überwiegend außerhalb Österreichs.

Wie hoch sind Ihre F&E-Ausgaben und was sind die größten Forschungs- bzw. Innovationsprojekte?

Jongert Die F&E-Ausgaben liegen bei zwei Prozent des Umsatzes, also bei knapp fünf Millionen Euro. Die Schwerpunkte liegen bei der Produktivität und bei den Prozessen. In der Produktentwicklung ist Schwarzmüller durch ein starkes Lösungsgeschäft mit Sonderfahrzeugen tagtäglich gefordert Neuland zu betreten und Entwicklungsarbeit zu leisten.

Welche sind die wichtigsten Kunden von Schwarzmüller?

Jongert Rund 15 Prozent vom Umsatz kommen von Key Accounts, die laufend größere Stückzahlen ordern. Der Rest sind kleine und mittelständische Unternehmen in 20 Ländern. Damit hat die Schwarzmüller Gruppe eine gesunde, stabile Umsatzverteilung. 

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