Metalle und Erze

Schwacher Start beim Kupferhersteller Aurubis

Wegen der niedrigeren Preise bei Kupfer und Edelmetallen verzeichnet der deutsche Kupferhersteller ein schwaches erstes Quartal - bekräftigt aber seine Prognose für das Gesamtjahr.

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Der Kupferhersteller Aurubis ist wegen niedrigerer Kupfer- und Edelmetallpreise schwach in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Vorsteuergewinn (EBT) ohne Bewertungseffekte sei im ersten Quartal 2015/16 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 39 Mio. auf 36 Mio. Euro gefallen, teilte der deutsche MDax-Konzern überraschend mit.

Eine geringere Edelmetallproduktion bei niedrigeren Preisen sowie die geringe Verfügbarkeit von Altkupfer belasteten. Die niedrigeren Bewertungen durch den Metallpreisrückgang eingerechnet ergab sich ein Vorsteuerverlust von 34 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt deutlich mehr erwartet. Aurubis-Aktien sackten um mehr als 7 Prozent ab.

Konzern bleibt bei seinen Zielen für heuer

An den Zielen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September hält der Konzern aber fest. Das Marktumfeld sei insgesamt "zufriedenstellend", sagte Vorstandssprecher Erwin Faust. Auch die Ergebnisprognose vom Dezember halte er für "nach wie vor realistisch". Im Vergleich zum Rekordergebnis im Vorjahr sei zwar ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Das Ergebnis dürfte aber immer noch "zufriedenstellend" sein. Den vollständigen Quartalsbericht will er am 10. Februar vorlegen.

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Die anhaltende Stärke des US-Dollar bremste den Ergebnisrückgang im ersten Quartal, weil Schmelz- und Raffinierlöhne in der US-Währung festgelegt werden. Das Unternehmen, an dem der deutsche Stahlkonzern Salzgitter mit einem Anteil von 25 Prozent eine entscheidende Beteiligung hält, stellt reines Kupfer aus Kupfererz und Kupferschrott her und verarbeitet es weiter zu Blechen, Rohren und Kabeln für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Aurubis von höheren Verarbeitungsgebühren von Kupfererz und Schrott sowie höheren Schwefelsäurepreisen profitiert. Der operative Vorsteuergewinn hatte sich mit 343 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Unterm Strich war der Gewinn von 44 auf 134 Mio. Euro in die Höhe geschnellt. Der Umsatz war wegen niedrigerer Kupferpreise aber um 2 Prozent auf knapp 11 Mrd. Euro gesunken.

Der gesunkene Kupferpreis macht sich bei Aurubis zwar auch generell beim Umsatz bemerkbar, ist für die Ertragskraft aber nicht die entscheidende Größe. Wichtiger sind hier die mit den Minen und Altmetallverwertern vereinbarten Löhne für das Schmelzen und Aufarbeiten von Kupferkonzentrat und Schrott. Insbesondere die vereinbarten Preise für das Schrottschmelzen standen zuletzt unter Druck. Mit Kostensenkungen steuert der Konzern bereits seit einiger Zeit gegen. Zudem strafft der Konzern seine Organisation und legt zwei Sparten zusammen. (APA/dpa-AFX)