Stahlindustrie

Schutzzölle könnten für U.S. Steel und gesamte Branche „überlebenswichtig“ sein

Die Einführung von Schutzzöllen auf chinesischen Stahl könnten für sein Unternehmen und die US-Stahlbranche überlebenswichtig sein, so Mario Longhi, CEO der U.S. Steel Corp in einem Interview.

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Wenn hier nichts passiere, könnte es die Existenz der Stahlindustrie gefährden, so das Wall Street Journal online. Denn die meisten Stahlprodukte aus China würden subventioniert oder zu Dumpingpreisen verkauft. Die amerikanischen Stahlproduzenten setzen sich dafür ein, dass es für Unternehmen einfacher wird, Schutzzölle zu erhalten. 

Longhi war dabei nicht untätig, seit er das Unternehmen 2013 übernommen hat. Seit Anfang des Jahres, als die Stahl-Preise um 25 Prozent fielen, hat U.S. Steel 2.800 Arbeiter entlassen, 6.200 weiteren eine Warnung ausgesprochen und außerdem die Produktion in neun Werken heruntergefahren. Nach eigenen Angaben hat U.S. Steel mit Sparmaßnahmen und Produktivitätsverbesserungen 575 Millionen Dollar generiert.

Letztes Jahr konnte das Unternehmen – nach fünf verlustreichen Jahren – erstmals wieder Profit verzeichnen, im ersten Quartal musste es aber wieder einen Verlust von 75 Millionen Dollar hinnehmen.

Amerika importierte im letzten Quartal 615.171 Tonnen Stahl aus China, das sind um 25 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Das Versagen, keine Schutzzölle auf Chinas Stahl einzuheben, sei eine „Schwäche“ der amerikanischen Politik, so Longhi.

Werksschließung

Arcelor Mittal (AM) wiederum plant, das Drahtwalzwerk in Georgetown, South Carolina, im 3. Quartal zu schließen. Grund dafür seien die herausfordernden Marktbedingungen durch unfaire Importe aus China und anderen Ländern, so das Unternehmen.