Serie Lieferkette optimieren

Wertschöpfungsketten ändern sich „gravierend und kurzfristig“

Neue Prognoseinstrumente haben das Zeug, die Planungs- und Beschaffungsprozesse der Industrie zu revolutionieren und dabei das Risiko entlang der Lieferkette zu minimieren. Die spektakulärsten Ansätze. Von Daniel Pohselt

Mit einem neu aufgesetzten Verkaufs- und Planungsprozess (S&OP) reagierte der Betrieb. Er liefert nunmehr bessere Forecasts für (im ersten Schritt) „ausgewählte Kernprodukte“, so Widany.

Auch andere Betriebe reagieren – denn der Handlungsdruck wächst, egal, in welche Branche man schaut: Die europäischen Chemieunternehmen treiben die anhaltenden Konjunkturschwankungen in die Panik. Nur rund die Hälfte der von A.T. Kearney befragten Chemieunternehmen erachten die Chancen und Risiken einer erhöhten Volatilität für ausgewogen. Für mehr als ein Drittel würden die Risiken überwiegen. Derselbe Befund in der Industrieautomation.

Bosch-Rexroth-Vorstand Karl Tragl erwartet fürs zweite Halbjahr „eine weiterhin hohe Volatilität und Veränderungsgeschwindigkeit“. Spekulanten tragen ihr Übriges dazu bei: „Völlig von der Realwirtschaft entkoppelte Preisschwankungen“ beobachtet derzeit der Industrielle Veit Schmid-Schmidsfelden, Obmann der niederösterreichischen Fachgruppe der Maschinen- und Metallwarenindustrie. Die Wertschöpfungsketten ändern sich „gravierend und kurzfristig“, beobachtet auch Franz Staberhofer, Leiter Logistikum an der FH Steyr und Obmann des Vereins Netzwerk Logistik (VNL).

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Asien werde etwa immer mehr darauf bestehen, dass die dort gekauften Autos im eigenen Land produziert würden. „Damit verschieben sich ganze Produktionen und deren Liefernetzwerke“, so Staberhofer. Eine der Hauptanforderungen: „Die Supply Chain flexibel und anpassbar zu halten“, so Staberhofer.

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