Lieferkette

Schubs ohne Wagnis

Neue Prognoseinstrumente haben das Zeug, die Planungs- und Beschaffungsprozesse der Industrie zu revolutionieren und dabei das Risiko entlang der Lieferkette zu minimieren. Die spektakulärsten Ansätze. Von Daniel Pohselt

Lange Transportwege. Halbzeuglieferanten, die auf stattliche Vorlaufzeiten pochen. Dazu Controller, die bei Überbeständen sofort Gewehr bei Fuß stehen: Ein Horrorszenario. Für Peter Widany ist es der gelebte Alltag. Seit die Glühlampe einen wenig leisen Tod starb, hat sich für den Supply-Chain-Manager beim deutschen Leuchtmittelhersteller Osram vieles zum Extrem verändert.

Das Marktumfeld im LED (lichtemittierende Diode)-Bereich ist fordernd wie sonst kaum eines. Im Bereich der Vorerzeugnisse – etwa Kondensatoren oder Widerstände – steht der Münchener Leuchtmittelhersteller im beinharten Wettbewerb mit Mobiltelefon- oder Computerherstellern. Zugleich drängen Lieferanten „auf Vorlaufzeiten von bis zu fünf Monaten und Abnahmeverpflichtungen“, so Widany. Was intern gleich das Thema Überbestände aufs Tapet bringt. Der lange Transportweg von Asien nach Europa ist da nur noch Draufgabe. „Er erschwert die Planung zusätzlich“, so Widany.
 
Handlungsdruck wächst
 
So viel ist sicher: Die europäische Reglementierung bei Leuchtmitteln verdrängt nicht nur die Glühbirne, sondern auch die frühere Ordnung auf den Absatzmärkten. „Wir mussten unsere Beschaffungs- und Planungsprozesse im Bereich der Allgemeinbeleuchtung komplett umkrempeln“, sagt Widany.

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