Stahl

Schrottverwerter Scholz wird an Chinesen verkauft - Geld von Gläubigern

Der angeschlagene Schrottverwerter Scholz leidet unter dem hohen Preisdruck auf dem Stahlmarkt und ist einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Der chinesische Konkurrent Chiho-Tiande CTG übernimmt Scholz mitsamt Bankschulden - von Anleihegläubigern bekommt Scholz viel Geld nachgelassen.

Der schwer angeschlagene deutsche Schrottverwerter Scholz ist mit gut einer Milliarde Euro verschuldet und einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Scholz ist auch in Österreich tätig.

Der Konzern mit knapp 5.000 Mitarbeitern leidet unter dem hohen Preisdruck auf dem Schrott- und Stahlmarkt. 2015 hatte Scholz seine Verluste um 88 Prozent auf 232 Mio. Euro ausgeweitet.

Chinesischer Wettbewerber übernimmt Scholz samt Schulden

Kürzlich hat die Scholz Holding einen Retter gefunden. Der chinesische Rivale Chiho-Tiande (CTG) übernimmt den deutschen Konzern.

White Paper zum Thema

Der Schrottrecycler aus Fernost hat laut deutschen Medienberichten die Bankschulden von Scholz übernommen, die Anleihe abgelöst sowie einen Überbrückungskredit in Höhe von 80 Mio. Euro zugesagt. Nun ist Chiho-Tiande der größte Einzelgläubiger, schrieb die "Börsen Zeitung" Anfang der Woche.

Zum Thema:

Schrottrecycler Scholz steht kurz vor Verkauf an Chinesen >>

Scholz will Schuldenschnitt - Scholz Austria nicht betroffen >>

Einigung mit den Gläubigern - großer Nachlass für Scholz

In Bezug auf seine 182 Millionen Euro schwere Anleihe hat Scholz jetzt eine Einigung mit den Gläubigern erzielt. Alle Bedingungen für die Zahlung von 16 Mio. Euro seien erfüllt, das Geld soll Ende August fließen, teilte die Scholz Holding mit.

Das deutsche Unternehmen, das nun an eine chinesische Firma verkauft wird, hat eine dritte Änderungsvereinbarung zu den Emissionsbedingungen unterzeichnet.

"Diese geänderten Emissionsbedingungen sehen insbesondere vor, dass nach der genannten Zahlung die verbleibenden Forderungen unter der Anleihe weitestgehend erlassen werden", erklärte das Unternehmen.

Ausnahme sei ein Anspruch auf eine Einmalzahlung in Höhe von 5,8 Mio. Euro für den Fall, dass Scholz im Geschäftsjahr 2016 oder 2017 eine bestimmte Schwelle beim Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erreicht. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge