Metallhandel

Schrottverwerter Scholz bekommt Angebote von Investoren

Die Restrukturierung des angeschlagenen deutschen Schrottverwerters Scholz schreitet voran - jetzt kamen lange erwartete Angebote von zwei potenziellen Investoren. In Österreich hat die Gruppe ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Voestalpine.

Der angeschlagene deutsche Schrottverwerter Scholz hat nach einer umfassenden Due Diligence Angebote von zwei potenziellen Investoren erhalten, gab die Firma bekannt. Die Geschäftsführung beabsichtige, einem Bieter Verhandlungen auf exklusiver Basis zuzusichern.

Entschuldung als Ziel

Das Transaktionskonzept würde zu einer deutlichen Entschuldung der Scholz-Gruppe und zur Bereitstellung erheblicher neuer Finanzmittel für operatives Wachstum führen, heißt es. Das Konzept beinhaltet den Angaben zufolge unter anderem die Restrukturierung der nach österreichischem Recht begebenen 182,5 Mio. Euro 8,50 Prozent Inhaber-Schuldverschreibung für den Zeitraum 2012 bis 2017.

Entsprechende Verhandlungen mit der gerichtlich bestellten Kuratorin als Interessenvertreterin der Anleihegläubiger hätten bereits begonnen. Ziel der Geschäftsführung sei, mit allen Finanzgläubigern auf einvernehmlicher Basis die finanzielle Restrukturierung der Scholz Holding GmbH zu erreichen.

Eckdaten und aktuelle Situation

Die deutsche Scholz Gruppe ist global tätig. Das Familienunternehmen von der Schwäbischen Alb sucht seit Herbst einen neuen Miteigentümer - doch bisher winkten alle Finanzinvestoren und strategischen Interessenten angesichts der Schuldenlast ab.

Die Schulden von gut einer Milliarde Euro verhinderten den Einstieg eines dringend benötigten neuen Investors, wie die Scholz Holding eingeräumt hat. Auch die 2014 mit 39,9 Prozent eingestiegene japanische Toyota Tshusho will kein frisches Kapital mehr geben, aber ihre Beteiligung behalten.

Scholz Austria von Restrukturierungen nicht betroffen

In Österreich ist die Gruppe über ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Voestalpine vertreten und kooperiert dabei mit Unternehmen wie Voestalpine, Böhler oder Marienhütte.

Scholz Austria GmbH wurde Ende 2006 als Joint Venture der Voestalpine und der Scholz Gruppe gegründet. Mit diesem Joint Venture haben die beiden Konzerne ihre österreichischen und zum Teil auch tschechischen Schrotthandelsaktivitäten in einer Gesellschaft gebündelt. Aktuell hält die deutsche Scholz Holding GmbH indirekt 63,35 Prozent, die Voestalpine indirekt 34,011 Prozent und die Stahl- und Walzwerk Marienhütte Gesellschaft m.b.H. direkt 2,639 Prozent der Anteile an der Scholz Austria GmbH.

Im Jänner 2016 betonte Scholz Austria, sie sei von den Restrukturierungsmaßnahmen nicht betroffen: "Dank einer guten Performance" sei man über die letzten Jahre ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet und verfüge über eine Eigenkapitalquote von 52 Prozent. Die derzeitigen Restrukturierungsmaßnahmen der Gruppe würden von der deutschen Scholz Holding durchgeführt, meldet das in Wien ansässige Unternehmen. (red/apa)

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