Maschinenbau

Schoeller Bleckmann: Gewinneinbruch nach starkem Halbjahr

Der niederösterreichische Zulieferer der Mineralölindustrie meldet für das dritte Quartal deutliche Rückgänge. "Wir sind aber im operativen Bereich gut unterwegs", sagt Konzernchef Gerald Grohmann.

Der börsennotierte niederösterreichische Ölfeldausrüster Schoeller Bleckmann (SBO) hat nach einem starken ersten Halbjahr im dritten Quartal einen deutlichen Dämpfer bekommen: Bei annähernd stabilem Umsatz ging das Betriebsergebnis (EBIT) von 22,2 Mio. auf 16,6 Mio. Euro zurück, der Nettogewinn brach von 19,8 Mio. auf 9,3 Mio. Euro ein.

"Das dritte Quartal schaut durchaus gut aus", sieht sich Vorstandschef Gerald Grohmann dennoch "im operativen Bereich gut unterwegs, und das in einem durchaus anspruchsvollen, herausfordernden Umfeld". Über neun Monate betrachtet konnte Schoeller Bleckmann den Umsatz um 11,3 Prozent auf 345,9 Mio. Euro steigern, das Betriebsergebnis blieb mit 54,5 Mio. Euro stabil. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 43,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 41,6 Mio. Euro, der Nettogewinn ging aber von 33,0 auf 26,6 Mio. Euro zurück.

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Der Rückgang des Nettogewinns sei auf eine höhere Steuerbelastung durch einen Einmaleffekt zurückzuführen, erklärte Grohmann im Gespräch mit der APA. Dabei handle es sich um eine höhere Dividendenzahlung an Minderheitsgesellschafter der US-Tochter Downhole Technology, die sich besser entwickelt habe als im Vorjahr. Diese höhere Dividende sei steuerlich nicht abzugsfähig.

Die beiden nordamerikanischen Tochtergesellschaften Downhole Technology und Resource Well Completion Technologies wurden wie angekündigt mit 1. Oktober 2019 unter dem Namen "The WellBoss Company" zusammengeführt.

Das Ergebnis je Aktie war in den ersten neun Monaten mit 1,67 Euro niedriger als vor einem Jahr (2,07 Euro). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde auf 74,7 Mio. Euro versechsfacht. Die Nettoverschuldung sank auf 31,5 Mio. Euro, zu Jahresbeginn hatte sie noch 62,5 Mio. Euro betragen.

"Wir sind mit den Zahlen durchaus zufrieden, denn man darf nicht vergessen, dass in Nordamerika die Aktivität stark nachgelassen hat", sagte Grohmann. "Man sieht das auch am Rig Count (Anzahl der Ölbohranlagen, Anm.), der sich von ungefähr 1.000 Rigs vor nicht allzu langer Zeit auf jetzt ungefähr 800 Rigs reduziert hat. Das ist keine Krise, aber es ist doch ein deutlicher Rückgang." Zum Glück habe die SBO eine gute Balance zwischen US-Geschäft und internationalem Geschäft.

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Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Jahresabstand um etwa hundert Leute auf nun 1.544 verringert. Das habe sich durch die bereits vor einem Jahr angekündigte Schließung von zwei Gesellschaften in Mexiko und England ergeben. "Diese beiden Standorte waren einfach nicht profitabel genug", erklärte Grohmann. Der Großteil der Maschinen sei aber an andere Standorte verlagert worden, etwa nach Vietnam, darum habe sich die Leistungsfähigkeit und Kapazität nicht verringert. In Vietnam werde man die geplante Kapazität Anfang nächsten Jahres erreicht haben.

Für die weitere Entwicklung zeigt sich Grohmann zuversichtlich und verweist darauf, dass der Auftragseingang höher sei als der Umsatz, "das werten wir als positives Signal".

Warten auf das Ende des Handelskonflikts

"Momentan, wenn man die Zeitungen liest, bekommt man den Eindruck, dass sich die globale Konjunktur etwas abkühlt", räumte Grohmann ein, aber der Grund dafür sei hauptsächlich im Handelskonflikt zwischen China und den USA zu sehen. "Ich persönlich gehe davon aus, dass der irgendwann in 2020 gelöst sein wird, weil Trump wahrscheinlich ein Ergebnis braucht, wenn er wiedergewählt werden möchte. Dann sollte ein großer Bremsklotz, der momentan auf der Konjunktur lastet, entfernt sein." (apa/red)

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