Bahnlogistik

Schienengüterverkehr in Österreich gesunken

Die Coronakrise hat auch im Schienengüterverkehr in Österreich deutliche Rückgänge bewirkt. Gegen Ende des Vorjahres gab es allerdings bereits eine leichte Erholung, so Zahlen der Statistik Austria. Mehr als die Hälfte der Tonnage wurde auf Wegstrecken von mehr als 300 Kilometern befördert.

Die Coronakrise hat auch den Transport von Gütern auf der Schiene gebremst. Im Vorjahr ging das Transportaufkommen auf dem österreichischen Schienennetz laut Statistik Austria um 4,9 Prozent auf 97,5 Millionen Tonnen zurück. Die im Inland erbrachte Transportleistung sank um 5,7 Prozent auf 20,5 Mrd. Tonnenkilometer. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich 2020 auch im Schienengüterverkehr deutlich gezeigt", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Auf eine leicht positive Entwicklung des Transportaufkommens auf der Schiene im ersten Quartal mit einem Plus von 2,6 Prozent sei im zweiten Quartal der Einbruch um fast ein Fünftel (19,4 Prozent) gefolgt. Im dritten Quartal sei das Minus noch bei 6,8 Prozent gelegen. Eine leichte Erholung habe sich im vierten Quartal gezeigt mit plus 4,1 Prozent und einem Transportaufkommen, das das vierte Quartal 2019 übertraf, so Thomas.

Transportaufkommen im Gesamtjahr um rund 5 Prozent gesunken

Der größte Anteil am Transportaufkommen entfiel im Vorjahr laut Statistik Austria mit 30,9 Prozent auf den Transit. Jeweils etwas mehr als ein Viertel wurden dem Inlandverkehr (27,3 Prozent) bzw. dem grenzüberschreitenden Empfang (25,3 Prozent) zugeordnet. Der geringste Anteil (16,6 Prozent) entfiel auf den grenzüberschreitenden Versand. Mengenmäßig gab es in allen Bereichen einen Rückgang. Mit 9,4 Prozent war der grenzüberschreitende Empfang am stärksten betroffen, gefolgt vom Inlandverkehr und dem grenzüberschreitenden Versand mit je 5,1 Prozent. Der Transitverkehr nahm dagegen nur um 0,7 Prozent ab.

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Die durchschnittliche Beförderungsentfernung auf der Schiene betrug 210,2 Kilometer. Mehr als die Hälfte (55,6 Prozent) der Tonnage wurde auf Wegstrecken von mehr als 300 Kilometern befördert, rund 40 Prozent auf Strecken von mehr als 500 km. Auf die inländischen Bahnen entfielen rund 87,5 Prozent der gesamten Tonnage bzw. 89,2 Prozent der Transportleistung. Ausländische Bahnen waren mit Ausnahme des Inlandverkehrs in allen Verkehrsbereichen tätig, vor allem im Transitverkehr.

Größte Verkehrsströme zwischen Südosteuropa und Deutschland

Im Transitverkehr entfielen zusammen 48,9 Prozent (2019: 44,4 Prozent) der beförderten Tonnage auf das Länderpaar Deutschland-Italien, stabil 9,2 (9,1) Prozent auf Deutschland-Rumänien und 7,5 (10,2) Prozent auf Deutschland-Ungarn.

Von den insgesamt 97,5 Mio. Tonnen an transportierten Gütern entfielen 11,6 Prozent auf "Erze, Steine und Erden; sonstige Bergbauerzeugnisse; Torf; Uran- und Thoriumerze", gefolgt von "Erzeugnissen der Landwirtschaft, Jagd und Forstwirtschaft; Fische und Fischereierzeugnisse" mit einem Anteil von 6,8 Prozent. 40,8 Prozent wurden als "nicht identifizierbare Güter" ausgewiesen, 9,5 Prozent als Gefahrgut klassifiziert. (apa/red)