Bahnlogistik

Schienen Control: Aufwärtstrend im heimischen Güterverkehr

Im Güterverkehr auf Schiene meldet die heimische Schienen Control für das Vorjahr einen Zuwachs von zwei Prozent auf 115 Millionen Tonnen an transportierten Gütern. Auch der Wettbewerb zieht an: Konkurrenten der ÖBB Rail Cargo haben ihren Marktanteil von 27 auf 29 Prozent gesteigert.

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Die Bahnen in Österreich haben 2016 mit 288,8 Millionen Fahrgästen erneut einen Höchstwert erzielt. Auch im Güterverkehr gibt es einen Aufwärtstrend: Mit 114,9 Millionen Tonnen an transportierten Gütern gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 1,9 Prozent. Die bisherigen Zahlen belegen auch heuer einen Zuwachs, so Schienen Control-Geschäftsführerin Maria-Theresia Röhsler.

Zur heiß diskutierten Abschaffung der Direktvergabe bei der Bestellung von Verkehrsdienstleistungen meinte sie, dass Ausschreibungen Vor- und Nachteile hätten. "Man muss darüber nachdenken, ob sich das wirklich auszahlt", so Röhsler zu Journalisten. Man müsse abwägen, ob mögliche Einsparungen von den Zusatzkosten einer Ausschreibung wieder zunichtegemacht werden würden. "Ich sehe nicht die Notwendigkeit, etwas übers Knie zu brechen."

Gütertransport auf Schienen legt zu

Beim Gütertransport wurde im Vorjahr verstärkt auf Schiene gesetzt: Das Transportaufkommen stieg um 1,9 Prozent auf 114,9 Millionen Nettotonnen. Die Verkehrsleistung verbuchte mit rund 22,8 Milliarden Nettotonnenkilometern - das ist die Streckenweite, über die eine Menge transportiert wurde - ein Plus von 0,9 Prozent.

Im Güterverkehr hat der Wettbewerb angezogen, die Konkurrenten der ÖBB Rail Cargo Gruppe haben ihren Marktanteil beim Transportaufkommen von 27 auf 29,1 Prozent gesteigert. Bei den Nettotonnenkilometern stieg ihr Marktanteil von 23,6 auf 26,1 Prozent. Die Konkurrenz der ÖBB ist besonders auf der Brenner- und Westachse stark vertreten, auf diesen Strecken wickelten die Mitbewerber schon über 40 Prozent beziehungsweise über 30 Prozent des gesamten Güterverkehrs ab.

Bahnen wickeln grenzüberschreitende Gütertransporte auch immer öfter selbst ab. "Wir sehen hier eine Internationalisierung des Bahnverkehrs", so Röhsler. Vier neue Eisenbahnunternehmen wurden im Vorjahr auf Österreichs Schienen gebracht, sieben österreichische Unternehmen waren 2016 im Ausland tätig.

Plus auch im Passagieraufkommen

2016 beförderten die heimischen Bahnunternehmen um 2,3 Prozent mehr Passagiere als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Fahrweite stieg von 43,2 auf 43,6 Kilometer. Im Schnitt fuhr 2016 jeder Österreicher 1.439 Kilometer mit dem Zug, damit bleibt Österreich fleißigster EU-Bahnfahrer.

Die Bahnbehörde führt das gesteigerte Passagieraufkommen auf ein verbessertes Angebot zurück, vor allem auch durch die Inbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs.

Im Personenverkehr gab es bei fast allen Bahnen Fahrgastzuwächse. Die Marktanteile der ÖBB-Konkurrenten gemessen an den Reisenden sind laut Schienen Control aber erstmals gesunken und zwar von 15,7 auf 15,5 Prozent. Die Mitbewerber fuhren 2016 zwar ein Plus von 0,7 Prozent ein und beförderten 44,7 Millionen Passagiere. Die ÖBB zählten mit 244,1 Millionen Reisenden aber um 2,6 Prozent mehr Fahrgäste als 2015. (apa/red)