Autozulieferer

Schaeffler kommt besser durch die Krise als erwartet

Der Zulieferer mit großen Standorten in Österreich kann mitten in der Krise seine Profitabilität erhöhen. Klaus Rosenfeld verweist hier auf die Erholung der Wirtschaft in China sowie vom Wachstum auch in der Region Asien-Pazifik sowie in den USA.

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler kommt dank lukrativer Geschäfte mit der Autobranche besser durch die Coronakrise als erwartet. Zwar sank der währungsbereinigte Umsatz im dritten Quartal um 2,6 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Doch die Umsatzrendite (EBIT-Marge) kletterte auf 9,4 Prozent von 9,1 Prozent vor Jahresfrist, wie das SDax- Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurachabend überraschend mitteilte.

"Das Wachstum kam vor allem aus China, aber auch aus der Asien-Pazifik-Region und aus den USA", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem habe das Unternehmen von Kostensenkungen profitiert. Schaeffler hat seit 2018 in mehreren Runden weltweit mehr als 8.000 Stellen gestrichen, in diesem Jahr Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt und im September den Abbau von weiteren 4.400 Stellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekündigt.

Marge im Quartal steigt von  9,1 auf 9,4 Prozent

Eine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr wollte Rosenfeld angesichts der Eckdaten aus dem Quartal nicht abgeben. "Man kann diese Entwicklung nicht linear fortschreiben", sagte der Manager. "Die Krise ist noch nicht vorbei. Unsicherheitsfaktoren sind vor allem ein möglicher Lockdown, die US-Wahl und der Brexit." Auf den Brexit habe sich Schaeffler bereits in den vergangenen zwei Jahren mit einer teilweisen Verlagerung der Produktion aus Großbritannien nach Deutschland vorbereitet.

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Während der Autozulieferer Continental, dessen Großaktionär ebenfalls die Familie Schaeffler ist, im dritten Quartal tief in die roten Zahlen fuhr, trafen die Pandemiefolgen andere Unternehmen der Branche wie Daimler und BMW im selben Zeitraum ebenfalls weniger hart als erwartet. Volkswagen will seine Zahlen am Donnerstag veröffentlichen.

Schaeffler steigerte seine Ertragskraft vor allem im Geschäft mit den Autoherstellern. Der Quartalsumsatz der größten Konzernsparte schrumpfte zwar mit 2,2 Mrd. Euro um 1,1 Prozent, steigerte ihre Marge aber auf 8,3 Prozent von 7,0 Prozent. Auch das kleinere Ersatzteilgeschäft war mit einer Marge von 18,9 (18,1) Prozent profitabler als ein Jahr zuvor. Die Industriesparte hingegen büßte an Umsatzrendite ein. (reuters/apa/red)