Mineralölindustrie

SBO: Wir bleiben noch in Jahrzehnten abhängig von Öl und Gas

Auch wenn auf jedem Berg ein Windrad und auf jedem Dach eine PV-Anlage stehe, werde es noch viele Jahrzehnte lang ohne Erdöl und Erdgas nicht gehen, glaubt Gerald Grohmann, Chef des Ölfeldausrüsters Schoeller Bleckmann Oilfield.

An den fossilen Energieträgern Erdöl und Erdgas wird noch über viele Jahrzehnte kein Weg vorbeiführen, ist der Chef des Ölfeldausrüsters Schoeller Bleckmann Oilfield (SBO), Gerald Grohmann, überzeugt. Für 20, 30 Jahre seien das sicher die wichtigsten Energiequellen der Welt - die Alternativen seien noch nicht in der Lage, diese Primärquellen zu ersetzen, sagte Grohmann.

An Öl und Gas führe auf lange Sicht kein Weg vorbei, falls die entwickelte Welt ihren Standard halten und auch den Schwellenländern erlauben wolle, einen vergleichbaren wirtschaftlichen Status und Wohlstand zu erreichen. Selbst wenn auf jedem Berg ein Windrad stehe und sich auf jedem Dach Photovoltaik (PV) befinde, "reicht das trotzdem nicht aus, den Primärenergiebedarf des Globus zu decken", sagte der SBO-Chef auf der Gewinn-Messe.

International, außerhalb der USA, sehe man momentan in der Ölbranche "einen erkennbaren Nachholbedarf" an Investitionen, von dem auch SBO profitiere. Anders sei es in den USA - mittlerweile größter Ölproduzent noch vor Saudi-Arabien und für Grohmann "das Mekka" im Ölsektor. Dort sei die Aktivität nach dem Shale-Boom der letzten Jahre etwas zurückgegangen; dort wollten die Investoren jetzt einmal Returns sehen, das sei aber nicht überraschend, sondern absehbar gewesen.

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Auf den SBO-Aktienkurs und ebenso die Weltkonjunktur übe "die USA-China-Geschichte" einen Dämpfer aus. Letztlich brauche US-Präsident Donald Trump für eine Wiederwahl aber eine "Erfolgsstory und kann nicht ständig Strafzölle erhöhen". Sei dieser "Deckel" einmal weg, sei weltweit wieder mehr Wirtschaftswachstum, mehr Öl- und Gasnachfrage sowie ein Anstieg der Ölpreise möglich, sagte Grohmann.

Als er 2001 zu SBO gekommen sei, sei der Aktienkurs bei 7,50 Euro gelegen, erinnerte Grohmann, dazwischen ebenso wie der Ölpreis bei 100. Aktuell liege der Aktienkurs bei 54 (Euro) ebenso wie der Preis der US-Ölsorte WTI mit 54 Dollar. (apa/red)