Ölfeldausrüster

SBO-Chef Grohmann wartet auf steigende Ölpreise

Das erste Halbjahr brachte dem österreichischen Ölfeldausrüster um die Hälfte mehr Umsatz und doppelt so hohe Neuaufträge. Doch für eine echte Marktbelebung sei ein Ölpreis von 60 Dollar nötig, sagt Konzernchef Gerald Grohmann.

SBO-Chef Gerald Grohmann erhofft sich fürs zweite Halbjahr eine so gute Entwicklung wie im ersten Halbjahr, das dem Ölfeldausrüster um die Hälfte mehr Umsatz und doppelt so hohe Neuaufträge gebracht hat. Eine Erholung der Branche sieht er vorerst nur in Nordamerika, nicht aber im Rest der Welt mit zwei Fünftel Volumen. Für eine echte Belebung müsste der Ölpreis Richtung 60 Dollar gehen, so Grohmann.

Sinkende Ausgaben für neue Bohrungen

Im Rest der Welt, außerhalb von Nordamerika und den OPEC-Ländern, sehe man heuer das dritte Jahr sinkende E&P-Investitionen, wenn auch laut Prognosen nur um ein Prozent. Die Auswirkungen der Zurückhaltung sehe man derzeit noch nicht, da solche Investments üblicherweise erst nach drei, vier Jahren wirken. Nach der früheren Überförderung, die den Ölpreis absacken ließ, und der heurigen internationalen Ausbalanciertheit von Supply und Demand könnte die Produktionsseite weltweit aber irgendwann wieder nachhinken, mit einem entsprechend großem Aufholbedarf, warnte der SBO-Chef im Gespräch mit der APA.

Ölpreise derzeit bei 50 Dollar pro Fass

Bei aller Markterholung in Nordamerika seien Übergänge wie 2017 volatil, die Märkte würden aufgrund ihrer Supply-Einschätzung sensibel und nervös reagieren - bei Ölpreisen von zuletzt knapp unter 50 Dollar pro Fass in Nordamerika (WTI) und knapp darüber in Europa (Brent). Die schnelle Reaktion der nordamerikanischen E&P-Gesellschaften habe zu rasch steigenden Produktionsmengen und dies wiederum zu Nervosität auf den Ölmärkten geführt, so SBO im Halbjahresbericht. Dabei werde übersehen, dass die zunehmende Produktion in Nordamerika die fehlenden internationalen Investitionen mittel- und langfristig nur teils kompensieren könne.

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Dem in Nordamerika verbesserten Marktumfeld der Oilfield-Service- Industrie Rechnung tragend verstärkt die SBO laut Grohmann dort ihre Position. Einerseits erweitere man bei Downhole, dem großen Zukauf in Texas im vorigen Jahr, die Kapazitäten, nachdem es in Nordamerika nach zwei Jahren internationaler Krise wieder ein organisches Wachstum gebe.

Und andererseits investiere SBO in den USA auch in den Ausbau des Vermietungsgeschäfts, das dort Teil des Business des nö. Ölfeldausrüsters ist. Darüber hinaus sehe man sich strategisch weiter nach Akquisitionsmöglichkeiten um, so Grohmann zur APA. Geld dafür ist vorhanden: Der Bestand an liquiden Mitteln stieg per 30. Juni im Jahresvergleich auf 177,6 (137,9) Mio. Euro.

Weiter Kurzarbeit in NIederösterreich

Über ein allfälliges Ende der Kurzarbeit im SBO-Stammwerk in Ternitz (NÖ) oder eine weitere Verlängerung werde man kurz vor Auslaufen der bis Ende Jänner 2018 laufenden aktuellen Vereinbarung entscheiden, so Grohmann - auch auf Basis der dann gegebenen Auftragsvolumina. Heuer im ersten Halbjahr verdoppelte sich der Auftragseingang im Jahresabstand auf 150 Mio. Euro, und der Umsatz legte um die Hälfte auf 136 Mio. Euro, freilich verglichen mit 2016, dem bisher schwierigsten Jahr für das Unternehmen, wie der CEO betont.

Die Zahlen

Das Betriebsergebnis (EBIT) war im zweiten Quartal - erstmals seit zwei Krisenjahren - mit 2,2 Mio. Euro wieder im positiven Bereich, nach noch negativen 5,8 Mio. Euro im ersten Vierteljahr 2017. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) drehte von minus 5,7 Mio. Euro auf positive 22,0 Mio. Euro.

Vor Steuern verbesserte sich das Ergebnis im Halbjahr binnen Jahresfrist von -26,8 Mio. auf -8,0 Mio. Euro und das Ergebnis nach Steuern von -16,9 Mio. auf -6,2 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug -0,39 (-1,06) Euro.

Nach den Zahlen setzten sich an der Wiener Börse die SBO-Aktien mit einem Plus von 6,28 Prozent auf 56,54 Euro (bis kurz vor 10 Uhr) an die Spitze der ATX-Gewinner, der Leitindex lag zugleich nur 0,2 Prozent im Plus. (apa/red)

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