Erdöl

Saudis unter Druck: Russland gegen massive Kürzung der Ölförderung

Das Ölkartell Opec ringt mit Russland um die gewünschten Mengen bei der Ölförderkürzung. Besonders Saudi-Arabien steht unter Druck: Das Land will weniger fördern und mehr einnehmen - Russland ist aber gegen massive Einschnitte bei der Fördermenge.

Wenige Tage vor den womöglich entscheidenden Beratungen ringen die führenden Ölförderländer immer noch um die angepeilte Produktionskürzung. Opec-Kreisen zufolge ist unklar, ob das Schwergewicht Saudi-Arabien eine Drosselung im gewünschten Ausmaß durchsetzen kann. Hemmschuh sei bisher insbesondere das Nicht-Opec-Mitglied Russland, das nur einen moderaten Beitrag leisten wolle.

Daher sei es möglich, dass die Entscheidung um ein bis zwei Monate vertagt werde. Ziel der Staaten ist, die Ölpreise nach dem jüngsten Einbruch wieder nach oben zu treiben. Zuletzt war die Nachfrage nach dem Schmierstoff der Weltwirtschaft deutlich zurückgegangen.

Treffen diese Woche in Wien

Die Opec-Länder treffen sich diese Woche in Wien. Freitag folgen Gespräche mit Ölstaaten wie Russland, die nicht der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) angehören. Saudi-Arabien steht verstärkt unter Druck durch US-Präsident Donald Trump, der die heimische Wirtschaft vor einem Anstieg der Ölpreise schützen will. Trump kann auf ein besonderes Entgegenkommen hoffen, da er dem Königreich auch nach dem Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi die Treue hält.

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Als Knackpunkt gilt Russland, wie aus den Opec-Kreisen verlautete. "Russland fährt eine harte Linie", sagte ein Insider zur Nachrichtenagentur Reuters. Demzufolge strebt die Opec eine Förderkürzung von insgesamt mindestens 1,3 Millionen Barrel (jeweils 159 Liter) pro Tag an und will, dass sich die Russen mit 250.000 bis 300.000 Barrel daran beteiligen. Aus der Regierung in Moskau kam allerdings das Signal, dass sie nur zu etwa 140.000 bereit sei. Nach Auskunft der Insider könnte die Opec den Drosselungsbeschluss auf Februar verschieben, wenn sie nicht ausreichend Unterstützung für ihre Pläne erhält. (reuters/apa/red)