Abfallwirtschaft

Saubermacher lässt aus alten Abfalltonnen neue bauen

Rund 20.000 alte Abfallsammelbehälter tauscht der steirische Müllentsorger Saubermacher jährlich aus. Jetzt entwickelt das Kärntner Unternehmen Europlast ein Fertigungsverfahren, um aus alten Behältern neue zu machen.

Bis zu 20.000 alte und kaputte Abfallsammelbehälter werden vom steirischen Müllentsorger Saubermacher jährlich gegen neue ausgetauscht. Die neuen sollen künftig aus den alten Kunststofftonnen hergestellt werden. Die ersten 800 derartigen Behälter werden in den kommenden zwölf Monaten im südoststeirischen Gnas im Alltagsbetrieb getestet, wie es am Montag im Grazer Pressegespräch hieß.

Die "Öko Bins" werden aus nahezu 100 Prozent alter Abfallsammelbehälter hergestellt und sollen künftig die neuen Restmüllbehälter ersetzen, schilderte Hans Roth, Saubermacher-Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Zuvor werden die schwarz glänzenden Behälter jedoch in einem einjährigen Test noch ordentlich hergenommen: In der rund 7.000 Einwohner zählenden Gemeinde werden sie zuvor noch auf unter anderem Formstabilität und Witterungsbeständigkeit getestet.

Die Tonnen haben viel auszuhalten: Rund 85 Grad Hitze "am Deckel" im Sommer, minus 35 Grad im Inneren im Winter, Regen, Schnee, tausendfaches Gerüttel bei der Entleerung bis hin zur übervollen Beladung, wie der Geschäftsführer des Kärntner Spritzgussspezialisten, Arthur Primus, ausführte. "Die Produktion von Wertstoffsammelbehältern aus nahezu hundert Prozent Recyclingmaterial ist technologisch schon länger möglich. Europlast ist jedoch das erste Unternehmen, das es schafft, die Produkte in annähernd gleicher Qualität wie Neuware herzustellen", informierte Primus.

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Das Kreislaufsystem "Tonne zu Tonne" sei in Österreich einzigartig, ergänzte Roth. Als Testgemeinde wurde Gnas von Saubermacher ganz bewusst ausgewählt, wie Roth weiter schilderte. In dieser Marktgemeinde wurde das Unternehmen vor 40 Jahren gegründet. Heute ist es das Entsorgungsunternehmen für rund 1.600 Kommunen und 42.000 Unternehmen mit rund 3.200 Mitarbeitern in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn, Slowenien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Vorjahr wurde laut eigenen Angaben ein Nettoergebnis von 9,46 Millionen Euro erzielt. Die Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatzanstieg von 3,22 Prozent auf 304,8 Millionen Euro. Mit seiner Vision "Zero Waste" verfolgt das Unternehmen den Anspruch, sämtliche Abfallstoffe so aufzubereiten, dass immer höhere Anteile des Ursprungsmaterials verwertet werden können. (apa/red)

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