Logistik

Sattes Gewinnplus: Logistiker Knapp erreicht sein "Limit des Wachstums"

Der steirische Logistiker Knapp hat seinen Gewinn im Vorjahr um fast 30 Prozent erhöht. Das Auftragsvolumen stieg um mehr als 32 Prozent und zugleich auch die Zahl der Beschäftigten um 300. Derzeit expandiert das Unternehmen weiter auf allen Kontinenten.

Der steirische Logistikkonzern Knapp AG mit Sitz in Hart bei Graz hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz abermals markant um mehr als 12 Prozent von 631,9 auf 709,6 Mio. Euro gesteigert. Der Gewinn wuchs um knapp 30 Prozent und auch das Auftragsvolumen legte um 32 Prozent auf 926 Mio. Euro (2016: 703) zu. Damit sei man laut den Vorständen "am Limit" des möglichen Wachstums.

Beim Bilanz-Pressegespräch sprachen Gerald Hofer, Franz Mathi und Christian Grabner von einem "guten Arbeitsvorrat" für die kommenden Jahre. Das Betriebsergebnis (EBIT) legte von 34,8 auf 45,2 Mio. Euro zu. Das starke Wachstum sorge aber für längere Lieferzeiten. Hemmschuh für ein noch stärkeres Wachstum sei die schwierige Suche nach geeigneten Mitarbeitern sowie der Platzmangel.

Knapp, Knapp, AG, Gerald, Hofer, Franz, Mathi, Christian, Grabner © KANIZAJ Marija-M. | 2016

Ausbau auf allen Kontinenten

Derzeit wird am Hauptquartier wieder zugebaut, das Headquarter nahe Atlanta in den USA ist ebenfalls neu und wird von 120 auf 180 Mitarbeiter aufgestockt. Die Knapp AG expandiert weiterhin auf allen Kontinenten. Die USA habe zuletzt Großbritannien als zweitgrößten Markt abgelöst. Größter Markt bleibe Europa.

White Paper zum Thema

Neben dem Ausbau der Produktionsflächen wird auch in Forschung und Entwicklung investiert, nämlich jährlich 5 bis 6 Prozent des Umsatzes. Im vergangenen Geschäftsjahr, das mit 31. März zu Ende ging, waren es rund 38,2 Mio. Euro (2016: 33,2).

Jedes Jahr werden rund 300 neue Mitarbeiter aufgenommen, wobei etwa die Hälfte bei den drei steirischen Standorten in Hart bei Graz, Dobl und Leoben neu zu arbeiten beginnen. Der Wachstumsplan für die kommenden Jahre sieht jährlich 10 bis 15 Prozent vor und damit etwas weniger als derzeit. Momentan wachse man sehr schnell und das müsse erst verkraftet werden.

Breit gestreute Absatzmärkte

Neben den USA und Europa verkaufen die Logistiker ihre Anlagen mittlerweile unter anderem auch in Australien, Südafrika, Südkorea und China: "Das macht das Unternehmen krisenfest", sagte Hofer. Das Fallbeispiel Brexit habe gezeigt, wie sehr sich politische Entwicklungen negativ auswirken können. Bei der Knapp AG seien wegen des Brexit zwei große Aufträge ausgeblieben, aber mittlerweile hätten sich die negativen Auswirkungen wieder durch positive ausgeglichen: "Wie es da aber weitergeht, wissen wir nicht."

Ähnlich unvorhersehbar sind die Entwicklungen in den USA: Derzeit würden sich Strafzölle noch nicht negativ auf das Geschäft der Steirer auswirken, "aber die Ungewissheit, was kommt als nächstes, lastet schon auf uns", meinte Hofer weiter. Eine Ausweitung von Zöllen auf andere Güter könnte "massiven Einfluss auf die Konkurrenzfähigkeit" haben. Gerade deshalb wolle die Knapp AG auch nicht alles auf die USA auslegen, sondern streut ihr Engagement breiter.

Hofer zufolge wuchsen im abgelaufenen Geschäftsjahr alle Sparten gut, besonders stark aber der Bereich Fashion sowie Lebensmittel-Logistik: "Da werden wir wohl vor allem im kommenden Jahr noch einiges zu erwarten haben." Der Knapp-Standort in Leoben, der auf die Sparte Food ausgerichtet wurde, profitiere davon am meisten.

Unsere aktuellen Meldungen zu Knapp:
Intralogistiker Knapp wieder ganz österreichisch >>

So verändern Konzepte von „New Work“ die Innovationsfähigkeit von Knapp >> 

Die von Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) übernommenen 28,4 Prozent an der Knapp AG wirken sich laut den Vorständen nicht operativ aus. Entscheidungen könnten nun aber schneller getroffen werden. Mathi meinte, dass ihnen die neue Eigentümerstruktur sogar besser gefalle, "weil es kein Ausverkauf der Technologie ins Ausland" war.

Eckdaten zum Unternehmen

Die Knapp AG beschäftigt laut eigenen Angaben rund 3.800 Mitarbeiter, davon etwa 2.500 in der Steiermark. Sie bilden rund 100 Lehrlinge aus und sind - wie auch viele andere Industrie-Unternehmen - auf der Suche nach Fachkräften, aber nicht nur: "Es gibt generell auch einen Mangel an Arbeitswilligen", hielt Hofer fest. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge