Stahlindustrie

Salzgitter erwartet deutliche Erholung des Stahlmarktes

Ein Sparprogramm, Schutzzölle der EU und vor allem bessere Stahlpreise verhelfen Salzgitter zu einem Gewinn. Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller geht für 2017 von einer weiteren Erholung auf dem Stahlmarkt aus. Die Schutzzölle seien "bitter nötig" gewesen, so Konzernchef Fuhrmann.

Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter geht für 2017 von einer weiteren Erholung auf dem Stahlmarkt aus. Seine Aktionäre will das Unternehmen am Aufschwung beteiligen. Die Ausschüttung je Aktie solle um 5 Cent auf 0,30 Euro steigen, teilte das Unternehmen mit. Dies soll der Hauptversammlung am 1. Juni vorgeschlagen werden.

Nach verlustreichen Vorjahren hatte der ThyssenKrupp-Konkurrent wie bereits bekannt 2016 wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Neben besseren Stahlpreisen nicht zuletzt wegen der Schutzzölle der EU half dem Unternehmen dabei ein Sparprogramm.

Heuer erwartet die Konzernführung um Chef Heinz Jörg Fuhrmann einen Umsatzsprung auf etwa 9 Mrd. Euro, nachdem die Erlöse im abgelaufenen Jahr auf 7,9 Mrd. Euro spürbar abgerutscht waren. Das Vorsteuerergebnis soll bei 100 bis 150 Mio. Euro herauskommen - nach zuletzt 53 Mio. Euro.

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Im abgelaufenen Geschäftsjahr blieben unter dem Strich gut 57 Mio. Euro in der Kasse. Ein Jahr zuvor hatte es noch einen Verlust in ähnlicher Größenordnung gegeben. In der zweiten Jahreshälfte profitierten vor allem die Sparten Flachstahl und Handel von der Stabilisierung der Stahlpreise.

Konzernchef Fuhrmann: EU-Schutzzölle "bitter nötig"

Die europäische Stahlbranche leidet seit langem unter billigen Importen aus China und dem dadurch bedingten Preisverfall. Die EU-Schutzzölle seien "bitter nötig" gewesen, schrieb der Vorstand. "Denn zwischenzeitlich war das mittel- bis langfristige Überleben der europäischen Stahlindustrie gefährdet." In China seien im vergangenen Jahr erste Schritte zu einem nachhaltigen Kapazitätsabbau eingeleitet worden, die jedoch bei weitem nicht ausreichten.

Erst kürzlich hatten sich die Arbeitgeber der nordwestdeutschen Stahlindustrie und die IG Metall nach Warnstreiks auf ein Lohnplus geeinigt. In zwei Stufen sollen die rund 72 000 Beschäftigten ab April erst rund 2,3 Prozent und ab Mai 2018 weitere 1,7 Prozent mehr Geld erhalten. (dpa/apa/red)