Energieversorger

Salzburg AG plant für nächstes Jahr Investitionen in Rekordhöhe

Der Aufsichtsrat des Salzburger Energieversorgers hat für das kommende Jahr das höchste Investitionsbudget in der Unternehmensgeschichte beschlossen. Die Schwerpunkte liegen in der Installation der neuen digitalen Zähler sowie im Breitbandausbau.

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG hat für das Jahr 2020 Investitionen in der Höhe von 166,4 Mio. Euro (2019: 137,3 Mio.) Euro beschlossen. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte. Mit 83,3 Mio. Euro fließt die Hälfte der Mittel in den Ausbau und in die Erneuerung der Verteilernetze für Strom, Fernwärme, Erdgas und Wasser.

Darin enthalten sind auch die Kosten für die Einführung der Smart Meter, für die alleine im nächsten Jahr 26,5 Mio. Euro aufgewendet werden. Nach einem Testlauf für rund 1.000 Haushalte noch in diesem Jahr, ist zunächst im Sommer 2020 die Montage von rund 20.000 der intelligenten Zähl- und Messgeräte im Bundesland geplant. Ab Herbst folgt dann die flächendeckende Umsetzung. Bis 2022 werden dann rund 480.000 digitale Stromzähler installiert.

31,9 Mio. Euro (2019: 24,2 Mio. Euro) werden 2020 für den Ausbau des Breitbandnetzes eingesetzt, das in den kommenden Jahren flächendeckend 1 Gigabit pro Sekunde übertragen soll. "Wir wollen damit der zunehmenden Zentralisierung entgegenwirken und die Regionen stärken", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

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Erst im Frühjahr hatte das Unternehmen eine Regionallizenz für den neuen 5G-Standard ersteigert. "Damit können wir Breitband auch dort ausbauen, wo wir Glasfaser oder Lichtwellen nicht anbieten können", erklärte Salzburg AG-Vorstandssprecher Leonhard Schitter.

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15,9 Mio. Euro investiert der Landesenergieversorger im nächsten Jahr in die Verbesserung und den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Neben einem Photovoltaik-Schwerpunkt und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wird das Kraftwerk Rotgülden im Lungau - nicht zu verwechseln mit dem unterirdischen Speicherkraftwerk Hintermuhr - abgetragen und 2,3 Kilometer flussabwärts neu errichtet. Die Leistung soll dabei von 1,3 auf cirka 4 Megawatt verdreifacht werden.

In die Verkehrssparte wird das Unternehmen im nächsten Jahr 12,9 Mio. Euro einsetzen. Die Salzburg AG betreibt neben der O-Bus-Flotte in der Landeshauptstadt auch die Lokalbahnen im Flachgau und im Pinzgau und wird 2020 unter anderem sieben weitere O-Busse anschaffen. Die neuen Hybrid-Modelle funktionieren sowohl mit Oberleitung wie auch im Batteriebetrieb. Wie Landeshauptmann Haslauer erklärte, könnten auch die Gespräche über eine Neuordnung der Planung des städtischen Öffentlichen Verkehrs im kommenden Jahr zu einem Abschluss kommen. Derzeit befinden sich sowohl Planung wie Auftragsdurchführung in der Hand der Salzburg AG, was zuletzt verstärkt für Kritik gesorgt hatte.

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Fortgesetzt wird 2020 auch die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. Die Salzburg AG kooperiert etwa wieder mit Start-ups und Technologiepartnern, um neue Ideen und Märkte voranzutreiben. Dazu werden 1,1 Mio. Euro investiert. Zur Schaffung neuer Kundenlösungen und Produkte wie 5G-Internet setzt die Salzburg AG nächste Jahr zusätzlich 11,2 Mio. Euro ein.

Für den Ausbau der E-Mobilität in Salzburg investiert das Unternehmen 1,6 Mio. Euro - etwa in 300 neue Ladepunkte für Privat-und Gewerbekunden. Und die neu geschaffene Tourismustochter der Salzburg AG, die Festungsbahn, Mönchsbergaufzug, Schafbergbahn und Wolfgangseeschifffahrt unter einem Dach vereint, bekommt 5,5 Mio. Euro - unter anderem für eine neue Talstation bei der Zahnradbahn auf den Schafberg. (apa/red)

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