Versorger

Salzburg AG: Milliardenumsatz und neue Investitionen

Der Versorger Salzburg AG hat im Vorjahr erstmals knapp 1,5 Milliarden Euro umgesetzt. Im Bereich Verkehr mit den markanten O-Bussen droht der Verlust des Monopols. Weil Fahrzeuge so alt sind und Lenker fehlen, verzichten die Vorstände auf einen Teil ihrer Sonderbezüge.

Die Salzburg AG hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem kräftigen Umsatzplus von 15,7 Prozent auf 1,47 Mrd. Euro abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, lag das Ergebnis vor Steuern mit 46,8 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (46,1 Mio. Euro). An die drei Eigentümer wurden 27,6 Mio. Euro Dividende (2017: 24,5 Mio.) ausgeschüttet.

Zuwächse in drei Sparten

Die Salzburg AG befindet im Besitz von Land Salzburg (42,56 Prozent) und Stadt Salzburg (31,31 Prozent) und der Energie AG Oberösterreich (26,13 Prozent). Wie Vorstandssprecher Leonhard Schitter bei der Bilanzpressekonferenz sagte, sei der Zuwachs in erster Linie auf die Sparte Energie zurückzuführen.

"Im Strombereich konnten wir eine Steigerung von rund 67 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr auf rund 717 Mio. Euro Umsatz erzielen." Auch im Bereich der Gasversorgung sind die Umsätze um fast 110 Mio. Euro auf insgesamt knapp 400 Mio. Euro gestiegen. Lediglich die Erlöse im Bereich Fernwärme lagen mit 60 Mio. Euro deutlich unter den Werten aus 2017 zurück, was an den warmen Temperaturen im Vorjahr liege.

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Auch im Geschäftsfeld Telekommunikation - die Salzburg AG bietet Kabelfernsehen und Internet an - konnte das Unternehmen 2018 zulegen und "trotz des harten Wettbewerbs" mehr als 8.000 Neuanschlüsse verzeichnen. Die Umsatzerlöse in der Sparte wuchsen um 5,4 Prozent auf 55 Mio. Euro an.

Neue Investitionen

Wie Schitter betonte, investierte die Salzburg AG im Vorjahr rund 105 Mio. Euro - fast die Hälfte davon floss dabei in den Ausbau der Übertragungs- und Verteilernetze für Strom, Fernwärme, Erdgas und Wasser. Wesentliche Mittel gingen in den weiteren Breitbandausbau, in die Energieerzeugung und in den Verkehr. So wurden im Herbst etwa 15 neue Obusse - das Rückgrat für den Öffentlichen Verkehr in der Landeshauptstadt - bestellt.

2018 wurde zudem das zum Pumpspeicherkraftwerk ausgebaute Kraftwerk Dießbach (Pinzgau) eröffnet, Mitte Juni 2019 folgt das neue Salzach-Fließkraftwerk in Gries im Pinzgau. Außerdem fördert das Unternehmen weiter gezielt den Ausbau von Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität, etwa durch ein Netz an öffentlichen Stromtankstellen im Land.

Die im Vorjahr neu gegründete Tourismustochter - die Salzburg AG betreibt neben der Festungsbahn und dem Mönchsbergaufzug in der Landeshauptstadt auch die Schafbergbahn und Wolfgangseeschifffahrt im Salzkammergut - nimmt heuer operativ ihre Arbeit auf.

Im Geschäftsfeld Verkehr droht Verlust des Monopols

Im Geschäftsfeld Verkehr hat die Salzburg AG mit der städtischen Obus-Flotte und den Lokalbahnen im Flachgau und im Pinzgau mehr als 50 Millionen Fahrgäste transportiert. In der Sparte könnte dem Unternehmen in naher Zukunft übrigens ein Paradigmenwechsel drohen. Derzeit übernimmt die Salzburg AG für die Landeshauptstadt sowohl Planung wie Durchführung des innerstädtischen Verkehrs, ist also Auftragnehmer von sich selbst. Sollte die Planung nach Bildung der neuen Stadtregierung wie angedacht in eine neue Stadt-Land-Gesellschaft ausgelagert werden, würde der Energieversorger seine Monopolstellung verlieren.

Vorstände verzichten auf einen Teil ihrer Sonderzulagen

Nach der Aufregung um zu wenige Buslenker und veraltete Fahrzeuge in der Salzburger Obus-Flotte im vergangenen Herbst haben Vorstandssprecher Schitter und sein Kollege Horst Ebner nun auch auf ein Viertel bzw. die Hälfte ihrer jeweils 90.000 Euro schweren Jahresboni verzichtet - "freiwillig und ohne Druck des Aufsichtsrats und obwohl ihnen 100 Prozent der Summe zugestanden wäre", wie Aufsichtsratsvorsitzender Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) betonte.

Dennoch habe man die Prämien für die beiden Vorstände neu strukturiert. "Sie sollen in Zukunft nicht mehr so stark an der Erreichung wirtschaftlicher Ziele ausgerichtet werden, sondern auch Spartenziele und die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden miteinbeziehen", betonte Haslauer.

Schon ins aktuelle Geschäftsjahr 2019 fällt der Erwerb der Nutzungsrechte für die neue 5G-Technologie im März 2019. Die Salzburg AG plant, bis 2030 landesweit eine Datenübertragungsrate von einem Gigabit pro Sekunde anzubieten - und das dank 5G auch in Gebieten, wo eine Breitbandversorgung mittels Kabel oder Glasfaser schwierig ist. (apa/red)

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