Energieversorger

Salzburg AG investiert Rekordgewinn in neue Wasserkraftwerke

Trotz sinkender Umsätze hat die Salzburg AG ein größeres Ergebnis vor Steuern erzielt als im Vorjahr. Der Versorger kann das Geld brauchen - gerade sind mehrere Wasserkraftwerke im Bau. Ziel der Salzburger ist es, in drei Jahren 60 Prozent des Stroms selbst zu erzeugen.

Die Salzburg AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 1,060 Mrd. Euro erzielt. Das ist zwar ein Minus von 13,4 Prozent gegenüber 2015, allerdings stieg das Ergebnis vor Steuern auf einen Rekordwert von 43,2 Mio. Euro (plus 2,2 Prozent). Zuwächse verzeichnete das Unternehmen im Vorjahr sowohl beim Absatz von Strom, Gas und Fernwärme sowie bei der Erzeugung aus Wasserkraft.

Preise für Strom und Gas weiter gesunken - im Großhandel

Vorstandssprecher Leonhard Schitter erklärte den Umsatzrückgang - es ist der vierte in Folge - mit den rückläufigen Preisen für Strom und Gas. "Die Verkaufserlöse sind dadurch gesunken." Dass man dennoch auf das sehr gute Ergebnis kam, sei der Nutzung von Einsparungspotenzialen etwa beim Materialerwerb geschuldet. "Generell ist es gelungen, die Wertschöpfungstiefe in allen Bereichen zu erhöhen", sagte Schitter.

Im Geschäftsjahr 2016 beschäftigte die Salzburg AG rund 2.200 Mitarbeiter. An die Eigentümer Land Salzburg, Stadt Salzburg und die oberösterreichische Energie AG wird das Unternehmen eine Dividende in der Höhe von 17,7 Millionen Euro ausschütten.

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"Wir brauchen die guten Ergebnisse für unser Investitionsbudget", so Schitter. Alleine im abgelaufenen Jahr habe die Salzburg AG rund 130 Millionen Euro investiert. Zähle man den Kaufpreis für den 50-Prozent-Anteil am Kraftwerk Fritzbach (Pongau) von den Bundesforsten hinzu, wachse die Summe auf 147 Millionen Euro.

Bau neuer Wasserkraftwerke

2016 wurde mit dem Bau des Salzachkraftwerks Gries im Pinzgau begonnen, das ab 2019 Strom für mehr als 10.000 Haushalte erzeugen soll. Auch der Ausbau des Kraftwerks Dießbach (Pinzgau) zum Pumpspeicherkraftwerk ist auf Schiene. Baustart soll hier im Mai sein. Parallel will die Salzburg AG ihren Photovoltaik-Schwerpunkt fortsetzen. 2016 stieg die Erzeugung von Sonnenstrom um drei Prozent auf 7,6 Mio. kWh, sagte Schitters Vorstandskollege Horst Ebner.

Generell wuchs der Absatz bei Strom im Vorjahr um zwei Prozent, bei Gas um neun Prozent. Ein Plus von rund einem Prozent gab es bei der Fernwärme. Nachdem 2015 die Erzeugung der eigenen Wasserkraftwerke sowie der Beteiligungen an drei Donaukraftwerken aufgrund der geringen Wasserführung vergleichsweise gering war, konnte 2016 wieder ein Anstieg um 4,3 Prozent auf insgesamt 1.371,6 Mio. kWh erreicht werden. Die Salzburg AG betreibt derzeit 29 Wasserkraftwerke.

Zuwächse gab es im Vorjahr auch in den Bereichen Telekommunikation (Kabel-TV, Internet, Telefon). Die Zahl der beförderten Fahrgäste im öffentlichen und touristischen Verkehr stieg leicht auf 50,6 Millionen. Die Salzburg AG betreibt den Obus in der Landeshauptstadt, die Salzburger und die Pinzgauer Lokalbahn, dazu kommen Angebote wie die Festungsbahn und der Mönchsbergaufzug, die Schifffahrt am Wolfgangsee und die Zahnradbahn auf den Schafberg.

Salzburg AG will 60 Prozent des Stroms selbst erzeugen

"Strategisches Ziel bleibt es, 60 Prozent des Stroms bis 2020 selbst zu erzeugen", sagte Ebner. Derzeit seien es 50 Prozent. Dabei setzt das Unternehmen voll auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Weitere Schwerpunkte liegen im Ausbau der Elektromobilität und im Bereich "Innovation und Digitalisierung", etwa durch neue Produkte wie eine im Vorjahr am Markt lancierte Smart-Home-Lösung. Damit wolle man den Weg vom traditionellen Infrastrukturanbieter hin zum Full-Service-Dienstleister weiter vorantreiben, betonte Vorstandssprecher Schitter. (APA/red)