Luftfahrt

Ryanair will trotz Verlusten bei Lauda 150 neue Maschinen

Der Preiskampf in der Luftfahrtbranche sowie die Verluste bei der österreichischen Gesellschaft Lauda drücken auf den Gewinn des irischen Billigfliegers Ryanair.

Der Preiskampf in der Luftfahrtbranche, Anlaufverluste bei der übernommenen österreichischen Fluglinie Lauda (ehemals Laudamotion) sowie gestiegene Ölpreise und Kosten für Personal haben den irischen Billigflieger Ryanair im Geschäftsjahr 2018/19 stark belastet. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang blickt der Konkurrent von Easyjet und Lufthansa nun vorsichtig auf das laufende Jahr.

Lauda hat im ersten Geschäftsjahr unter Ryanair-Flagge (bis März 2019) rund 3 Millionen Passagiere befördert wie bereits mehrfach berichtet 139,5 Mio. Euro Anlaufverlust gemacht, zeigt der veröffentlichte Geschäftsbericht. Im laufenden Geschäftsjahr (bis März 2020) werden 6 Mio. Passagiere angepeilt, die Flotte soll auf 35 Airbus A320 wachsen. Im nächsten Jahr soll es dann 8 Millionen Passagiere und einen Gewinn geben.

150 neue Maschinen in den nächsten drei Jahren geplant

Die Lauda-Mutter Ryanair will in den nächsten drei Jahren ihre Flotte um 150 Maschinen ausbauen. "Wir haben Entwicklungspläne für fast jedes Land. Bis 2024 werden wir 200 Millionen Personen an Bord nehmen", erklärte Ryanair-Chef Michael O Leary im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

White Paper zum Thema

Die Tatsache, dass Ryanairs Entwicklungsplan auf der Boeing-Unglücksmaschine 737 MAX basiere, betrachtet O ́Leary nicht als Problem. "Die Boeing 737 MAX werden wieder fliegen. Es handelt sich um eine extrem sichere Maschine und unsere Piloten werden bereits trainiert. Dieses Flugzeugmodell hilft uns, Preise und Ausgaben zu drücken", erklärte der irische Unternehmer.

"Alitalia wird im Interesse Italiens überleben"

O ́Leary sieht Überlebenschancen für die marode Alitalia, die die Regierung in Rom verkaufen will. "Alitalia wird im Interesse Italiens überleben. Die Regierung wird einen Weg finden. Alitalia muss auf Langstreckenflüge setzen. Touristen sollen direkt nach Italien ohne Zwischenlandungen gelangen", sagte O ́Leary.

Auf die Frage, wie lang er noch weiterarbeiten werde, antwortete der Ire. "Mein jüngster Sohn ist acht Jahre alt, er wird in circa zehn Jahren das Elternhaus verlassen. Bis dahin will ich nicht zu Hause bleiben, daher werde ich weiterarbeiten müssen", scherzte der Manager. (apa/red)

Gewinn bei Ryanair massiv gesunken

In den zwölf Monaten bis Ende März sank der Ryanair-Gewinn um rund 39 Prozent auf 885 Mio. Euro, wie Ryanair in Dublin mitteilte. Ohne die Anlaufverluste bei Lauda wäre der Gewinn bei etwas mehr als einer Milliarde Euro gelegen und damit am unteren Rand der Anfang Jänner gesenkten Prognose. Der Umsatz zog um knapp acht Prozent auf 7,7 Mrd. Euro an.

Die Ticketpreise fielen im Schnitt um 6 Prozent, während die Passagierzahlen um 7 Prozent stiegen. Die Auslastung stieg um einen Prozentpunkt auf 96 Prozent. Wobei die "Nebeneinnahmen" um ein Fünftel zulegten und im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 2,4 Mrd. Euro fast schon ein Drittel des Umsatzes ausmachten. Während Ticketpreise bei durchschnittlich 37 Euro lagen, gaben die Passagiere im Schnitt über 17 Euro für Zusatzleistungen aus.

Wegen des nach wie vor starken Wettbewerbs in der Branche und des daraus resultierenden Preisdrucks blickt Ryanair vorsichtig auf das laufende Geschäftsjahr. Zwar rechnet der Konzern für die zwölf Monate bis Ende März 2020 mit einem Anstieg der Passagierzahlen um acht Prozent auf 153 Millionen. Der Gewinn wird indes zwischen 750 Millionen und 950 Millionen Euro taxiert. Dies hänge davon ab, wie stark die Erlöse pro Passagier gesteigert werden könnten. (dpa/apa/red)