Luftfahrt

Ryanair: Wiener Mitarbeiter von Lauda sollen zur maltesischer Firma wechseln

Die ehemals österreichische Fluggesellschaft Laudamotion stellt im Oktober den Flugbetrieb in Deutschland endgültig ein. Gleichzeitig bekommen Mitarbeiter in Wien das Angebot, für eine neue Gesellschaft in Malta zu arbeiten.

Die von Niki Lauda gegründete und 2018 vom irischen Billigflieger Ryanair übernommene österreichische Fluglinie Laudamotion (Lauda) wird zu einer leeren Firmenhülle. Ryanair habe in Malta eine Gesellschaft "Lauda Europe" gegründet, die mit Ende 2020 den gesamten Flugbetrieb übernehmen werde, schreibt der "Kurier".

Mitarbeiter in Wien sollen in Malta angestellt werden

Alle 30 Lauda-Maschinen sollen mit maltesischer Betriebsgenehmigung (AOC) fliegen. Die Mitarbeiter der Basis Wien haben laut "Kurier" das Angebot erhalten, für Lauda Europe zu arbeiten. "Sie werden in Malta angestellt, Steuern und Sozialversicherungsabgaben werden angeblich in Wien bezahlt", so die Zeitung.

Konflikt um Löhne in Wien im heurigen Sommer

In Österreich hatte Anfang Juni nach einem monatelangen Streit zwischen Laudamotion und dem irischen Mutterkonzern rund um die Mitarbeitergagen eine von den Iren angedrohte Schließung der Lauda-Basis in Wien verhindert werden können. Es sind aber weniger Flugzeuge stationiert, es gab einen Mitarbeiterabbau. Im Sommer wurde bekannt gegeben, dass Laudamotion künftig unter Flugnummern von Ryanair fliegt.

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Lauda beendet Betrieb in Deutschland

Laudamotion zieht sich gleichzeitig aus Deutschland zurück. Das gab die zum irischen Billigflieger Ryanair gehörende Wiener Airline bekannt. Im Oktober sperrt auch der Standort Düsseldorf endgültig zu. Alle Ryanair-Flüge von und nach Düsseldorf für die Wintersaison sind gestrichen. Diese Flüge hat bisher Laudamotion durchgeführt. Betroffenen Passagieren werden die Ticketpreise rückerstattet.

Nach dem schon für Ende September angekündigten Aus für die Laudamotion-Basis Stuttgart kommt nun mit 24. Oktober das Ende für die Basis Düsseldorf, wo bisher sieben A320-Flugzeuge stationiert sind.

Nach Angaben von Rynair bedeutet das den Verlust von mehr als 200 Arbeitsplätzen für das Flugpersonal. Alle Laudamotion-Piloten und das Kabinenpersonal in Düsseldorf haben von den Chefs von Ryanair und Laudamotion die Mitteilung über die Schließung der Basis mit dem Verlust aller Arbeitsplätze der Besatzung Ende Oktober erhalten.

Ryanair: Verluste zu hoch

Ryanair begründete diese Schließung mit der Weigerung des Düsseldorfer Flughafens, seine Gebühren in der Coronakrise zu senken, aber auch mit einer Forderung des Abfertigers Acciona nach einer Preiserhöhung um 30 Prozent. Die wenige Wochen zuvor bekannt gegebene Schließung des Laudamotion-Standorts Stuttgart war u.a. mit Kollektivvertragsstreitigkeiten argumentiert worden.

Im Verein mit erhöhten deutschen Luftverkehrsabgaben und in Konkurrenz mit der staatlich subventionierten Lufthansa wäre es in den Augen von Ryanair "unmöglich, in diesem Winter in Düsseldorf profitabel zu operieren und gleichzeitig die niedrigen Tarife anzubieten, die notwendig sind, um den Verkehr während der Covid-Krise wieder anzukurbeln", schrieben die Iren in einer Aussendung.

"Weder Ryanair noch Laudamotion können die unvermeidbaren Verluste tragen, die in diesem Winter in Düsseldorf entstehen werden", erklärte Jason McGuinness, Commercial Director bei Ryanair. Gebühren und Steuern würden sich dort jetzt auf mehr als 40 Euro pro abfliegenden Passagier belaufen.

Die Schließung der Laudamotion-Basis Düsseldorf im Oktober folge der Schließung der Basis Stuttgart im September und bedeute, dass Laudamotion den Betrieb in Deutschland ab dem 24. Oktober 2020 endgültig einstellen wird, schrieben Ryanair und Laudamotion in gleichlautenden Pressemitteilungen.

Die irische Airline will nach eigenen Angaben versuchen, neue Basismöglichkeiten für die Düsseldorfer Flugzeuge zu finden, hoffentlich schon für die Sommersaison 2021, wie hinzugefügt wurde.

Gebührenrabatte sind bei Ryanair zur Zeit ein großes Thema: "Wir überprüfen derzeit unseren Flugplan für den Winter 2020/21 und verhandeln mit den Flughäfen über wichtige Preisnachlässe", so Ryanair. (apa/red)