Energieindustrie

RWE gelingt Kapitalerhöhung von zwei Milliarden Euro

Der deutsche Energieriese RWE, der in Österreich am Kärntner Versorger Kelag beteiligt ist, hat bei Geldgebern zwei Milliarden Euro an frischem Kapital eingesammelt. Mit dem Geld sollen nun Erneuerbare stärker ausgebaut werden - doch gleichzeitig drängen auch Ölmultis wie BP in den Markt.

Der deutsche Energiekonzern RWE hat sich binnen weniger Stunden 2 Mrd. Euro frisches Geld für den Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien besorgt. Eine Kapitalerhöhung um 61,5 Millionen Aktien - das sind zehn Prozent des Grundkapitals - sei bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte RWE mit.

Der Preis lag mit 32,55 Euro um 5 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs von 34,24 Euro und am unteren Ende der von den begleitenden Banken festgesetzten Spanne. Im späten Handel hatte die Aktie des deutschen Konzerns bereits gut 4 Prozent eingebüßt.

Mit einem Teil der Einnahmen will RWE den Kauf von Windparkprojekten vom Windturbinenbauer Nordex refinanzieren. RWE hatte Ende Juli angekündigt, Projekte in einem Volumen von 2,7 GW für rund 400 Millionen Euro von Nordex zu übernehmen. Aktuell dazu: Nordex verkauft große Windparkprojekte an RWE >>

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Jetzt will RWE Erneuerbare weiter ausbauen

Den restlichen Erlös will RWE in den zusätzlichen, kurzfristigen Ausbau des Portfolios an erneuerbaren Energien, in die Weiterentwicklung der Projektpipeline und in weiteres Wachstum stecken. Die Pläne gingen über das Ziel hinaus, bis Ende 2022 die installierte Leistung auf mehr als 13 Gigawatt (GW) zu erhöhen und rund 5 Mrd. Euro in erneuerbare Energien zu investieren.

Für die lange Zeit als Kohle-Dino verschriene RWE zahlt sich der beschlossene Abschied von Atom und Kohle und der Wandel zum Ökostromerzeuger immer mehr aus. Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 18 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Doch der Konkurrenzkampf im Geschäft mit Strom aus Wind, Sonne oder Wasser nimmt zu. Immer mehr Firmen, darunter Öl-Multis wie BP, drängen in den Markt für erneuerbare Energien und lassen die Preise steigen. (reuters/apa/red)

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