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Russlands Gasexporte in den Süden und Osten Europas deutlich gestört

Die Explosion in Baumgarten bringt Russlands Gasexporte nach Italien, in die Slowakei und auf den Balkan empfindlich durcheinander. Gazprom meldet, an alternativen Routen zu arbeiten, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Die Explosion in der Gasstation im niederösterreichischen Baumgarten bringt den russischen Gasexport nach Süd- und Südosteuropa empfindlich durcheinander.

Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte am Dienstag in Moskau mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. In Österreich selbst heißt es, dass die Gasversorgung der Kunden derzeit nicht beeinträchtigt ist.

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Weniger Gas aus der Ukraine

Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag. Aufgrund der Situation in der EU werde es einen temporären Rückgang der Transitvolumina über die Ukraine in Richtung Slowakei geben, so der ukrainische Pipelinebetreiber Ukrtransgaz.

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Unterbrechungen nach Italien, Slowenien, Ungarn, Kroatien und zur Slowakei

Von Österreich aus sei der Weitertransport nach Süden und Südosten bis auf weiteres unterbrochen, hieß es in einer Mitteilung der Gas Connect Austria GmbH, die zu 51 Prozent der OMV gehört. Das betrifft unter anderem die Slowakei, Slowenien, Ungarn und Kroatien.

Italien fast völlig abgeschnitten - aber keine Engpässe erwartet

Italien war als Empfängerland fast völlig abgeschnitten. Die täglichen Lieferungen seien von 113,5 Millionen auf 14 Millionen Kubikmeter Gas gesunken, teilte der örtliche Transporteur SNAM mit, der wesentlich an der Gas Connect beteiligt ist. Es sei jedoch nicht mit Engpässen bei der Gasversorgung zu rechnen, da Italien auf Reserven zurückgreifen könne, hieß es in einer Presseerklärung des Wirtschaftsministeriums. Die Lage sei unter Kontrolle.

Die Sicherheit des italienischen Gasversorgungssystems sei mit Reserven garantiert, betonte auch SNAM. Auch die Gaslieferungen nach Slowenien sind beeinträchtigt, berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA. Der Netzbetreiber Plonovodi erklärte, dass man eine ungestörte Versorgung am slowenischen Gasmarkt sicherstellen wolle.

Die Lieferungen nach Deutschland sind nicht betroffen. Die entsprechende Leitung sei unversehrt geblieben, sagte ein Gas-Connect-Sprecher. Die Versorgung in Deutschland ist nicht gefährdet. Aktuell sei von keiner Beeinträchtigung auszugehen, teilte der Verband der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber, FNB Gas, am Dienstag mit. Man verfolge die Situation aber weiterhin mit "höchster Aufmerksamkeit".

Slowakei unterbricht Verbindung nach Niederösterreich

In der Slowakei gebe weiterhin eine uneingeschränkte Versorgung von Industrie und Haushalten, so ein Sprecher des größten Gasversorgers des Landes, SPP, laut der Nachrichtenagentur TSAR. Der Gastransport Richtung Baumgarten sei vorerst aber aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden, so der slowakischen Pipelinebetreiber Eustream. (dpa/reuters/apa/red)

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