Niederösterreich

Russlands Eisenbahnchef: Breitspur bis Wien "aktiv" in Arbeit

Der Chef der staatlichen russischen Eisenbahnen berichtet in St. Petersburg über die Pläne der Breitspurbahn bis nach Österreich. Nach dem Protest im Burgenland soll sie nun in Niederösterreich enden.

Der Präsident der staatlichen russischen Eisenbahnen, Oleg Belosjorow, hat über Fortschritte beim geplanten Bau einer Breitspurbahn bis nach Österreich berichtet. 2018 sei mit internationalen Partnern diesbezüglich eine "gemeinsame Sichtweise" entwickelt worden, erklärte Belosjorow in einer Podiumsdiskussion beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

"Mit unseren Kollegen arbeiten wir aktiv am Projekt und wir stehen vor der nächsten Etappe, der Projektierung. Ich denke, dass wir in der nächsten Zeit mit der Umsetzung beginnen können", sagte der russische Spitzenmanager.

Die Errichtung einer im postsowjetischen Raum verbreiteten Breitspurbahn mit 1520 Millimeter Spurbreite durch die Slowakei bis nach Wien, die den Gütertransfer zwischen Ost und West beschleunigen soll, war zuvor Ende Februar beim Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei Präsident Wladimir Putin in Moskau angesprochen worden.

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Umgesetzt werden soll das Projekt von der Breitspur Planungsgesellschaft in Wien, deren Gesellschafter die Slowakischen Eisenbahnen, die Ukrainischen Eisenbahnen sowie jeweils Tochterfirmen der russischen Eisenbahnen und der ÖBB sind.

Der von den ÖBB geplante große Güterbahnhof, der Endpunkt der von Russland bis in den Raum Wien projektierten Breitspurbahn sein soll, könnte im Marchfeld gebaut werden. "Dort gibt es ausreichend Platz für einen solchen Logistik-Knoten", so der ÖBB-Chef Andreas Matthä gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Möglicher Standort im Marchfeld

Mögliche Standort-Gemeinden für den Container-Terminal gibt es noch keine. Fix sei aber jedenfalls, dass „der Nationalpark Donau-Auen von dem Projekt keinesfalls berührt werden wird“, so Matthä. Eine Anbindung des Güterbahnhofs an die Wasserstraße sei nicht sinnvoll und daher in den Planungen auch gar nicht vorgesehen.

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Mit der Errichtung des Container-Terminals, wo jährlich 21,5 Millionen Tonnen Güter von und nach Fernost zwischen Breit- und Normalspur verladen werden sollen, habe man die große Chance, einen "leistungsfähigen Logistik-Hub zwischen Wien und Bratislava zu positionieren", so der ÖBB-Chef.

China als Treiber

Die Verlängerung der russischen Breitspurbahn um rund 400 Kilometer von der ukrainisch-slowakischen Grenze bis nach Ostösterreich soll Unternehmen ein neues Tor zu bisher noch nicht erreichbaren und daher unerschlossenen Märkten öffnen, so der NO Wirtschaftspressedienst weiter.

(red mit apa)

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