Rohstoffe

Russland will Entscheidungen zu Turkish Stream beschleunigen

Medienwirksam hat Russlands Präsident Putin ein Gesetz zum Bau der geplanten Gasröhre Turkish Stream unterzeichnet. Dabei ist Moskaus großes Interesse unbestritten, über eine neue Leitung Gas nach Europa zu verkaufen - doch die kriegerischen Konflikte, in die Russland verwickelt ist, verhindern bisher die Umsetzung.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat grünes Licht für die strategisch wichtige Gaspipeline Turkish Stream gegeben. Der Kremlchef unterzeichnete in Moskau ein entsprechendes Gesetz. Mit der Leitung will Russland künftig Gas durch das Schwarze Meer in die Türkei und von dort weiter nach Südosteuropa liefern.

Damit will sich Russland auch unabhängiger machen von Gastransit durch die Ukraine. Die beiden Länder liegen seit der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland sowie seit dem Ausbruch von kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine im Streit.

Geplant sind zwei Stränge, durch die jährlich 31,5 Milliarden Kubikmeter Gas strömen sollen. Der erste Strang soll Ende 2019 fertig sein. Das Vorhaben des Staatskonzerns Gazprom gilt als Nachfolger des Pipeline-Projekts South Stream.

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Nach langem Tauziehen hatten Russland und die Türkei im Oktober ein Abkommen zum Bau von Turkish Stream unterzeichnet. Die Staatsduma hatte dieses am 20. Jänner gebilligt, das Oberhaus am 1. Februar.

Zuletzt hatte ein schwerer Konflikt zwischen Russland und der Türkei das Milliardenprojekt gefährdet. Nachdem die Türkei 2015 einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet über der Türkei und Syrien abgeschossen hatte, waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Erst vergangenen Sommer legten beide Seiten den Streit bei. (dpa/apa/red)

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