Agrar

Rupprechter fordert "europäische Antwort" auf Agrarsanktionen

Russlands Gegenangriff, keine Agrarprodukte mehr aus der EU zu importieren, führt zu Diskussionen. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) warnt: Die EU dürfe diejenigen, die den Schaden haben nicht alleine stehen lassen.

Agrar Ukraine-Krise

Nachdem Russland einen Importstopp für agrarische Produkte aus der EU und damit Österreich verhängt hat und Bauernbund sowie Landwirtschaftskammer gestern nach Entschädigung riefen, hat Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) den Ball an die EU-Kommission in Brüssel weitergespielt. "Wir brauchen eine europäische Antwort", sagte er im Ö1-"Frühjournal".

Die Kommission werde entsprechende Vorschläge liefern. 28 individuelle Maßnahmen in 28 Mitgliedsstaaten seien nicht richtig. Der EU-Rat habe sich für Sanktionen entschieden, das sei zu respektieren, könne jetzt diejenigen, die den Schaden hätten, aber nicht alleine stehen lassen, sagte der Minister.

Exporte um knapp 238 Millionen Euro 

Voriges Jahr exportierte Österreich agrarische Waren (Zollkapitel 1-24) um knapp 238 Mio. Euro nach Russland, die Hälfte davon könnte wegfallen. Die Preise würden verfallen, erwartete Gerald König von LGV im Radio.

Insgesamt exportierte Österreich in den vergangenen Jahren jeweils agrarische Waren im Wert von fast 10 Mrd. Euro.

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Beim Schweinefleisch, sagte Hans Schlederer von der Schweinebörse, sei es so, dass man nach Russland bisher besonders fettes Fleisch wie Rückenspeck, "Produkte die am europäischen Markt nicht wirklich gut absetzbar sind", exportiert habe. Der Schaden betrage für Österreichs Fleischverarbeiter bis zu einer Million Euro pro Woche.

Die Firmen würden sich mit Ersatzmärkten umschauen müssen oder die Produktion zurückfahren, mehr könne man derzeit betroffenen Unternehmen nicht sagen, so Dietmar Fellner, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Moskau im "Frühjournal". (APA)