Justiz

Rüge für BMW nach tödlichem Unfall in England

Ein britisches Gericht hat den Autokonzern BMW wegen eines tödlichen Unfalls gerügt. Ende 2016 kam ein Autofahrer beim Zusammenstoß mit einem BMW ums Leben, dessen Elektronik komplett ausgefallen war.

Automobilindustrie BMW Unfälle Justiz

Ein britisches Untersuchungsgericht hat den deutschen Autokonzern BMW im Zusammenhang mit dem Tod eines Autofahrers gerügt. Der Mann war im Dezember 2016 ums Leben gekommen, nachdem sein Auto war gegen einen Baum geprallt war. Er hatte versucht, einem BMW auszuweichen, der wegen eines kompletten Elektronikausfalls im Dunkeln auf der Straße nur schwer zu erkennen war.

Gericht: Autokonzern hat Rückruf verabsäumt

Die richterliche Untersuchung, die nun veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Autohersteller nachlässig gehandelt hat. Das Problem war demnach zum Zeitpunkt des Unfalls längst bekannt. Doch BMW zögerte, alle Fahrzeuge zurückzurufen, die von dem Defekt betroffen sein könnten.

Auch die britische Verkehrssicherheitsbehörde DVSA wird in dem Bericht heftig kritisiert. Sie hätte BMW zu der Rückrufaktion verpflichten müssen, hieß es. Eine strafbare, grobe Fahrlässigkeit konnte die Untersuchung aber keinem der Beteiligten nachweisen.

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BMW in Großbritannien teilte mit, man werde sich mit der Kritik auseinandersetzen. Erste Mitte Mai dieses Jahres hatte BMW angekündigt, wegen des Defekts 312.000 Fahrzeuge in Großbritannien zurückzurufen. Schuld an den plötzlichen Stromausfällen sollen Abnutzungserscheinungen am Stecker eines Stromverteilers sein. (dpa/apa/red)

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