Feuerwehrausrüster

Rosenbauer: "Wir sind zurück in der Spur"

Der oberösterreichische Feuerwehrausrüster hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Zum ersten mal warten derzeit Aufträge im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro. Ein Löschfahrzeug mit Hybridantrieb sei "in der Pipeline".

Der börsennotierte oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer hat sich im ersten Halbjahr gut entwickelt und ist auch für das Gesamtjahr optimistisch. "Wir sind zurück in der Spur", sagte Konzernchef Dieter Siegel bei der Halbjahrespressekonferenz. Punkten will man künftig mit einem neuen geräuscharmen Tanklöschfahrzeug mit Hybridantrieb, das ab 2021 produziert werden könnte.

Werke sehr gut ausgelastet

"Wir sind nach einem turbulenten letzten Jahr heuer wirklich gut gestartet", so Siegel. Die Umsatzentwicklung mit rund 353 Mio. Euro sei zufriedenstellend, vor allem angesichts einer Änderung der Rechnungslegungsvorschriften. Das EBIT weise in die richtige Richtung. In den ersten sechs Monaten sei mehr als eine halbe Milliarde Euro an Auftragseingang verbucht worden, der Auftragsbestand habe erstmals die 1-Mrd.-Euro-Grenze überschritten.

Die Werke sind sehr gut ausgelastet. Im oberösterreichischen Leonding wird erstmals im 2-Schicht-Betrieb gearbeitet. Beschäftigt sind nach dem Personalabbau auch wieder mehr Mitarbeiter. Heuer wurden in Österreich 100 Leiharbeiter aufgenommen, netto werde man gegenüber der Höchstbesetzung 60 bis 70 Personen mehr haben. Auch Leasingarbeiter müssten gehalten werden, betonte Siegel angesichts des Fachkräftemangels.

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Neues Speziallöschfahrzeug für die Industrie

Bei den Innovationen verwies Siegel heute auf ein neues, extrem geländegängiges Speziallöschfahrzeug für die Industrie, namens Tigon. Eingesetzt werden könnte das Fahrzeug etwa für Ölfelder in Wüstengebieten.

Eine Konzeptstudie zum Feuerwehrfahrzeug der Zukunft hat Rosenbauer mit CFT im Programm - ein geräuscharmes Tanklöschfahrzeug mit Hybridantrieb. Hierbei handelt es sich um ein sehr wendiges Fahrzeug für den urbanen Bereich, das mithilfe einer neuen Bauweise auch ergonomisch optimiert wird. Es gebe intensive Kontakte mit Modellregionen, vor allem mit Kommunen. Besonderes Interesse ortet Rosenbauer dabei am abgasarmen Fahren. Die Produktion könnte ab 2021 starten, der Verkauf 2022.

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In den Iran liefere Rosenbauer seit Jahrzehnten im Ausmaß von weniger als 1 Prozent des Umsatzes. "Natürlich wären wir davon betroffen, wenn das Zahlungsembargo eintritt", sagte Siegel. Rosenbauer achte darauf, sich an alle Regeln des Außenhandels und alle Gesetze zu halten. Es sei sich auch die internationale Gemeinschaft nicht einig, was die richtigen Schritte seien. Es wäre wünschenswert, wenn die Union entsprechendes Gewicht auch darin hineinlegen kann, dass der Handel mit dem Iran erfolgen könne.

"Weltmarkt folgt zeitversetzt"

Zum Ausblick erklärte Siegel, der Weltfeuerwehrmarkt folge zeitversetzt dem BIP-Wachstum. Etwas besorgt mache ihn die "Wiederentdeckung der Zölle", was sich wachstumshemmend auf die Wirtschaft auswirken könnte. Das sei die größte Unsicherheit für die allgemeine Wirtschaftslage. Die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium könnten sich in den US-Werken in höheren Grundstoffpreisen auswirken. In Nordamerika könnte das Beschaffungsvolumen heuer wieder bei weit über 4.000 Fahrzeugen liegen. Der europäische Markt habe Aufholbedarf, die Nachfrage steige vor allem in Österreich, Großbritannien und Frankreich. Im Nahen und Mittleren Osten gebe es eine Erholung.

Optimismus für das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr erwartet Rosenbauer einen höheren Umsatz und ein deutlich bessere operative Ergebnisse. Man gehe von einem Umsatzrekord aus. Der Konzernumsatz soll mehr als 900 Mio. Euro erreichen, die EBIT-Marge mehr als 5 Prozent.

Im ersten Halbjahr wurde ein Umsatz von 352,7 Mio. Euro ausgewiesen, ohne die Änderung der Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 15) wären es 403 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug der Umsatz 394 Mio. Euro. Das Ebit stieg von 2,7 Mio. auf 10,1 Mio. Euro (17,4 Mio. Euro ohne IFRS 15). Der Cash-Flow aus der operativen Tätigkeit verbesserte sich von minus 51,7 auf minus 39,4 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Finanzvorstand Sebastian Wolf mit einer wesentlichen Cash-Flow-Verbesserung. (apa/red)