Feuerwehrausrüster

Rosenbauer: Kurzarbeit nach Ostern für drei Monate

Für die Mitarbeiter des Feuerwehrausrüsters Rosenbauer gibt es den heurigen Sommerurlaub schon zu Ostern. Danach planen die Oberösterreicher mit Kurzarbeit und einer Produktion "mit rotierenden halben Mannschaften". Aufträge hat Rosenbauer trotzdem genug.

Rosenbauer hat derzeit ein Auftragspolster von rund 1,1 Milliarde Euro - das reiche für mehr als ein Jahr, so Konzernchef Dieter Siegel.

Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer mit Sitz in Leonding bei Linz hat, wie bereits angekündigt, wegen der Coronavirus-Krise seinen Sommerurlaub auf Ostern vorgezogen. "Danach werden wir in Kurzarbeit mit rotierenden halben Mannschaften weiterfahren", kündigte Konzernchef Dieter Siegel bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2019 an.

Derzeit gebe es keine echten Störungen wie ungewollte Werksschließungen, sagte Siegel, auch die kundenseitigen Risiken seien überschaubar. "Wir haben lange Lieferzeiten, wir haben auch einen guten Auftragseingang und wir haben praktisch keine Stornos erhalten." Aber da die Kunden nicht reisen dürften, gestalte sich die Abnahme der Fahrzeuge durch die Kunden schwieriger, "wir gehen hier mit virtuellen Abnahmen neue Wege".

Konzernchef Siegel: Verlorene Produktion nicht aufzuholen

Kritischer sehe es bei den Lieferketten aus: Viele Lkw-Hersteller hätten Werke geschlossen und bei Lieferanten wichtiger Teile aus Italien oder den USA bereite man sich auf Risiken vor. Die Krankenstände würden unter den saisonalen Vorjahreswerten liegen, aber man sei auf alles vorbereitet und arbeite überwiegend in Telearbeit und im Homeoffice. Zwölf Mitarbeiter seien in behördlicher Quarantäne. Von den fünf infizierten Mitarbeitern - je einer in den USA und in Deutschland, drei in Österreich - sei ein Mitarbeiter in Österreich bereits genesen und arbeite wieder, berichtete Siegel. Rosenbauer beschäftigt weltweit mehr als 3.800 Mitarbeiter und dazu etwas über 300 Leiharbeiter.

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Die Kurzarbeit sei vorerst auf drei Monate anberaumt, wobei man bei den Prozentsätzen flexibel sei, erklärte Siegel. Da man derzeit voll ausgelastet sei, werde man die Produktionsmenge, die während der Kurzarbeit ausfallen, später im Laufe des Jahres nicht mehr aufholen können, "jede Kapazität, die wir verlieren, ist dahin". Das Kurzarbeitsmodell "ist eine tolle Sache", meinte der Rosenbauer-Chef, dieses Modell werde jetzt sehr viele Arbeitsplätze retten. "Ich muss Ihnen aber sagen, dass es kein Geschäft ist, Kurzarbeit zu arbeiten", da der Fixkostenblock sehr hoch sei.

Verzögerungen bei der Abnahme der Fahrzeuge

Einen Rückstau bei den Auslieferungen gebe es derzeit, weil sich die Abnahme der Fahrzeuge sehr schwierig gestalte, auch darum nehme man jetzt Tempo heraus. "In der Geschwindigkeit, mit der wir jetzt produzieren, werden wir auch die Abnahmen durchführen können."

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Aufträge hat Rosenbauer genug

Der Auftragsbestand von 1,1 Mrd. Euro reiche für mehr als ein Jahr und man werde so viel an Auftragsbestand ins neue Jahr mitnehmen, dass auch bei einem heuer moderaten Auftragseingang auch das nächste Jahr gut ausgelastet sein werde, sagte Siegel. Die Lieferzeit werde sich zwar um einige Wochen erhöhen, "aber das sind untergeordnete Probleme".

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Die Dividende für die Aktionäre kürzt Rosenbauer nicht - trotz allem

2019 war für Rosenbauer ein gutes Jahr: Der Umsatz legte um 7,6 Prozent auf 978,1 Mio. Euro zu, das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 6,4 Prozent auf 51,9 Mio. Euro und unterm Strich blieb ein Gewinn von 34,6 Mio. Euro (2018: 34,7 Mio.). Wegen der Coronakrise soll die Gewinnausschüttung heuer aber von 8,5 Mio. auf 5,4 Mio. Euro gekürzt werden, der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividendenkürzung gegenüber dem Vorjahr von 1,25 auf 0,80 Euro je Aktie vor. (apa/red)

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