Feuerwehrausrüster

Rosenbauer: Blauchlichteinsatz in Luckenwalde

Die interne Revision des oberösterreichischen Feuerwehrausrüsters Rosenbauer fand "Unregelmäßigkeiten" im deutschen Werk Luckenwalde und prüft nach eigenen Angaben gerichtliche Schritte.

Rosenbauer Vorstandschef Dieter Siegel: Sieht sich mit einem Finanzloch von 3,5 Millionen Euro konfrontiert.

Luckenwalde, rund 60 km südlich von Berlin gelegen, ist ein beschauliches Städtchen in der Brandenburgischen Provinz. Hier, wenige Kilometer südlich von Berlin und westlich der Lutherstadt Wittenberg liegt das Rosenbauer-Entwicklungs- und Fertigungszentrum für Feuerwehrfahrzeuge in Deutschland. Hier werden vor allem die Normfahrzeuge für kommunale Feuerwehren produziert und die Kabinen des Flughafenlöschfahrzeuges Panther.

Seit Ende Februar ist es zumindest im Rosenbauer-Werk vorbei mit der Beschaulichkeit: Denn die interne Revision des Feuerwehrausrüsters ist bei der regelmäßigen Prüfung der Bücher auf  "Unregelmäßigkeiten“ gestoßen, die der Beteiligungsgesellschaft in Deutschland zuzuordnen sind. Rosenbauer muss „auf Basis der bisherigen Erkenntnisse“, wie es heißt, in der Bilanz 2017 3,5 Millionen Euro abschreiben.

So genannte forensische Untersuchungen, also Buchprüfungsverfahren bei Verdacht auf kriminelle Handlungen, wurden eingeleitet. Der internen Revision seien externe Experten beigestellt worden. "Der Vorstand wird die notwendigen strukturellen und personellen Ressourcen dafür zur Verfügung stellen und nach Vorliegen der Ergebnisse der forensischen Untersuchung weitere Maßnahmen setzen", stellt Finanzvorstand Sebastian Wolf klar.  Ob sich aus den internen Ermittlungen rechtliche Schritte ergeben, sei zur Zeit noch unklar. Die Aufarbeitung der Causa werde, so Wolf, länger dauern.

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Rosenbauer hatte Mitte Februar vorläufige Geschäftszahlen für 2017 bekanntgegeben. Der Umsatz sank demnach von 870,8 auf 848,7 Millionen Euro und der Betriebsgewinn brach um 46 Prozent auf 25,6 Millionen Euro ein. In diesen Zahlen dürfte die nun bekannt gewordene Abschreibung noch nicht enthalten sein.

Erst 2017 flossen – auch von Rosenbauer – erneut mehrere Millionen Euro der Teilnehmer des Feuerwehrausrüster-Kartells an Geschädigte. Im Löschfahrzeugekartell sprachen die Hersteller Iveco, Metz, Rosenbauer, Schlingmann und Ziegler auf zwei Ebenen ab. Zum einen erfolgten Treffen auf Ebene der Unternehmensleitung (so genannte Zürich-Runde), zum anderen Treffen auf Ebene der Vertriebsleiter. Das Kartell wurde 2011 aufgedeckt – Rosenbauer wurde zu einer Strafzahlung von 10,5 Millionen Euro verdonnert. Was das aktuelle Finanzloch betrifft, will Rosenbauer Mitte über den Stand der Untersuchung informieren.

Zum Unternehmen:
Globaler Player

Die Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding ist weltweit einer der größten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, mit einer Exportquote von rund 93 Prozent. Gegründet 1866 macht das Unternehmen rund 850 Millionen Euro Umsatz und erwirtschaftete im Vorjahr einen Gewinn von 25,6 Millionen Euro. Rosenbauer beschäftigt rund 3400 Mitarbeiter an 17 Standorten weltweit.