Robotik

Roboterdichte: Südkorea vorn, USA doppelt so stark wie China

In den USA haben die Verkaufszahlen von Industrie-Robotern mit rund 38.000 Einheiten einen neuen Höchststand erreicht, meldet der Weltroboterverband IFR. Die Roboterdichte der US-Fertigungsindustrie ist aktuell mehr als doppelt so hoch wie in China und liegt weltweit auf Platz sieben. Platz eins belegt Südkorea, gefolgt von Singapur und Deutschland.

In den USA haben die Verkaufszahlen von Industrie-Robotern mit rund 38.000 Einheiten einen neuen Höchststand erreicht. Das ist das achte Jahr in Folge ein neuer Rekord (2010-2018). Die Roboterdichte der US-Fertigungsindustrie ist aktuell mehr als doppelt so hoch wie in China und liegt weltweit auf Platz sieben. Diese Ergebnisse hat die International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht.

Die Plätze eins bis sieben

Die höchste Roboterdichte hat demnach Korea, gefolgt von Singapur, Deutschland, Japan, Schweden und Dänemark. China liegt demnach relativ abgeschlagen auf dem 21. Platz. Österreich wird in dieser Grafik des Robotikverbands nicht ausgewiesen.

Die Roboterdichte in der US-Fertigungsindustrie liegt derzeit bei 200 Robotern pro 10.000 Mitarbeiter im Vergleich zu 97 Einheiten in China (2017). Wichtigster Treiber für Roboterinstallationen in den USA ist der fortgesetzte Automationstrend für die Produktion im In- und Ausland. Das größte Wachstum verzeichnet dabei der allgemeine Industriesektor, insbesondere die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (+64 %) und die Kunststoff- und Chemieprodukteindustrie (+30 %).

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Automobilindustrie

Aufgeschlüsselt nach Marktanteilen zeigt sich die Automobilbranche als wichtigster Kunde für Industrie-Roboter. Der Automarkt in den USA ist nach China der zweitgrößte Automobilmarkt weltweit. Innerhalb des Sektors entfallen zwei Drittel der Installationen auf die Automobilzulieferer: Der Umsatz stieg um 9 % (2017-2018).
Die Automobilhersteller (OEM) investierten dagegen zuletzt weniger in die Automatisierung - die Installationen gingen um 26 Prozent zurück. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Roboterumsätze in der US-amerikanischen Automobilindustrie betrug zwischen 2013 und 2018 sieben Prozent. Von einem Höchststand mit 16.311 Einheiten im Jahr 2016 sank der Roboterabsatz um 5% auf 15.400 Einheiten im Jahr 2017 und 14.600 Einheiten im Jahr 2018. Der Anteil an den gesamten Installationen liegt bei 38%.

Die Roboterdichte in der Automobilindustrie stieg zwischen 2012 und 2017 um 52 % - von 790 Industrie-Robotern auf 1.200 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter (Roboterdichte China 2017: 539 Einheiten). Nach Angaben des Bureau of Labour Statistics USA hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie um 22 % von 824.400 auf 1.005.000 Arbeitsplätze (2013-2018) erhöht.

Elektro-/Elektronikindustrie

Die Elektro-/Elektronikindustrie war 2018 der zweitwichtigste Kunde für Industrie-Roboter mit einem Marktanteil von 18 % am Gesamtmarkt. Von 2013 bis 2018 stiegen die Roboterinstallationen im Durchschnitt um 15 % pro Jahr. Die Zahl der Installationen stieg 2018 um rund 2 % auf fast 6.700 Einheiten. Im Zuge von Neuentwicklungen wurden in den letzten Jahren mehrere Produktionsstätten für Lithium-Ionen-Batterien sowie für Chips und Sensoren geschaffen. Weitere werden in den kommenden Jahren aufgebaut.

Nordamerika - USA, Kanada, Mexiko

"Die nordamerikanischen Länder - USA, Kanada und Mexiko - verfügen nach China über den zweitgrößten operativen Bestand an Industrie-Robotern weltweit", sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. "Während zahlreiche wichtige Systemintegratoren für Roboter aus Nordamerika stammen, sind die meisten großen Roboterhersteller in Japan, Korea und Europa ansässig."

Auf der Fachmesse "Automate 2019" einer wichtigen Veranstaltung für Robotik und Roboter- und Automatisierung in Nordamerika, werden diese Woche in Chicago Innovationen in diesem Bereich zu sehen sein.

(red)

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