Stahlindustrie

Riva schließt sieben Fabriken, 1.400 Stellen fallen weg

Sieben Stahlfabriken im Besitz der italienischen Unternehmerfamilie Riva sind am Donnerstag geschlossen worden. 1.400 Mitarbeiter in ganz Italien sind nach italienischen Medienangaben betroffen.

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Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 86-jährigen Firmenpräsidenten Emilio Riva.

Die Schließung der sieben Produktionswerke wurde beschlossen, nachdem die Unternehmerfamilie Riva, Mehrheitsaktionärin der Stahlgruppe Ilva, ins Visier der Justizgeraten war. Hintergrund waren schwere Umweltschäden durch Emissionen des Stahlwerks in der süditalienischen Stadt Taranto, aber auch mutmaßliche milliardenschwere Steuervergehen.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte außerdem Ermittlungen gegen den 86-jährigen Firmenpräsidenten Emilio Riva und seinen Bruder Adriano wegen Steuerbetrugs aufgenommen. 1,2 Milliarden Euro sollen die beiden Brüder, Eigentümer der Stahlgesellschaft Ilva, in acht Trustgesellschaften in Steueroasen versteckt haben, um sie dem italienischen Fiskus zu entziehen. Die Summe wurde von den Steuerfahndern beschlagnahmt.

Aufgrund dieser Konfiszierungen sei Riva nicht mehr in der Lage, die Stahlproduktion fortzusetzen, teilte die Unternehmerfamilie mit. Sie werde vor Gericht gegen die Konfiszierung ihres Eigentums vorgehen.

Die Gruppe Ilva steht seit dem vergangenen Jahr wegen gesundheitsschädlicher Emissionen aus dem Stahlwerk in Taranto in der süditalienische Region Apulien im Visier der Ermittler. Der Stahlkonzern soll durch Emissionen aus dem Werk in Taranto in den vergangenen Jahren den Tod Hunderter Menschen verursacht haben. Emilio Riva, sein Sohn Nicola und sechs Manager waren am 26. Juli 2012 verhaftet worden.

Die Riva-Gruppe zählt zu den zehn größten Stahlkonzern der Welt. Das 1905 gegründete Unternehmen besitzt in Italien und im Ausland 36 Produktionsstätten und beschäftigt 21.711 Personen. 2011 meldete der Konzern unter Kontrolle der Familie Riva einen Umsatz von 10 Milliarden Euro. (APA)