Baustoffe

RHI: Vor der Fusion noch ein Gewinnsprung

Der österreichische Feuerfestkonzern RHI hat im Vorjahr wegen der Flaute bei der Stahlproduktion weniger umgesetzt, aber mehr Gewinn gemacht. In Kürze will RHI mit dem brasilianischen Konkurrenten Magnesita fusionieren.

Die Ergebnisse von RHI 2016 in einer Grafik.

Der vor der Fusion mit dem brasilianischen Konkurrenten Magnesita stehende österreichische Feuerfestkonzern RHI hat im Jahr 2016 die zähe Stahlproduktion zu spüren bekommen und weniger umgesetzt. Das operative Ergebnis blieb dennoch und trotz Einmalkosten für den Zusammenschluss stabil. Die Dividende soll bei 75 Cent je Aktie bleiben, teilt das Unternehmen mit.

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Der Umsatz schrumpfte nach vorläufigen Zahlen im Vorjahr um 5,8 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis belief sich auf 123,2 Mio. Euro, ein Mini-Rückgang von 0,7 Prozent. RHI sprach im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz von einer positiven operativen Entwicklung, die "insbesondere auf eine erfreuliche Ergebnissituation in der Division Stahl, das verbesserte operative Ergebnis der Division Rohstoffe infolge einer guten Auslastungssituation der österreichischen Rohstoffwerke sowie Kosteneinsparungen in allen Bereichen des Unternehmens zurückzuführen" sei.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBIT) sprang von 37,5 Mio. auf 116,1 Mio. Euro. Darin sind mehrere negative Einmaleffekte im jeweils einstelligen Millionenbereich enthalten, etwa für den Jobabbau am norwegischen Standort. Umgekehrt brachte die Bewertung eines Stromliefervertrags in Norwegen 10 Mio. Euro.

Umsatz in der Division Stahl gesunken

Im mengenmäßig weitaus größten Segment Stahl stieg der Absatz um 4,9 Prozent auf 1,2 Mio. Tonnen, der Umsatz der Division schrumpfte dennoch um 2,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro - dies wegen der schwächeren Geschäftsentwicklung in Südamerika, Europa und China.

Im laufenden Jahr will sich RHI auf die Reduktion der Nettoverschuldung konzentrieren. Das Marktumfeld wird positiver erwartet. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Verschmelzung mit Magnesita. In Zusammenhang damit werden "entsprechende externe Kosten anfallen", so die RHI, ohne eine Summe zu nennen. Auch zu Umsatz- oder Ergebniserwartungen äußerte sich der Konzern nicht konkret. Die RHI stellt unter anderem Innenverkleidungen für Schmelzöfen her. (apa/red)


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Der von Investor Martin Schlaff kontrollierte österreichische Feuerfestspezialist RHI erwirbt eine Mehrheit am brasilianischen Mitbewerber Magnesita Refratarios. Wohl noch von Ex-Vorstandschef Struzl eingefädelt, soll ein führender Anbieter von Feuerfestprodukten mit dem Namen RHI Magnesita entstehen. Der neue Hauptsitz der Gesellschaft: Die steuerlich vorteilhaften Niederlande. Neuer Börseplatz: Das liquidere London.